Main-Tauber

LSV Forderungskatalog an den Lebensmittel-Einzelhandel

Werbung reformieren

Archivartikel

Odenwald-Tauber.Die Landwirte aus der Region beteiligten sich zahlreich an den landesweiten Staffelfahrten des Vereins „Land schafft Verbindung Baden-Württemberg“ (LSV). Eine zentrale Protestkundgebung fand am Donnerstag vor dem Logistikzentrum von Kauland bei Möckmühl statt, zu der geschätzte 500 Bauern mit ihren Schleppern kamen. Schon zuvor hatten sie bei Discountern, Landwirtschaftsämtern und weiteren Logistikzentren ihren Forderungskatalog übergeben:

Die deutsche Lebensmittelproduktion sicherstellen: Für die heute vielfach noch regional verankerte Landwirtschaft stelle, so der LSV, die aktuelle Agrarpolitik und vor allem die Verkaufspolitik (LEH) eine ernstzunehmende Gefahr dar. Statt dem Verbraucher zu suggerieren, dass er den günstigsten Preis bekommen müsse, sollten beim Marketing Kriterien wie Regionalität, Nachhaltigkeit, fairer Handel oder Sicherheit in den Vordergrund gestellt werden.

Vertrieb von unbedenklichen Lebensmitteln: Gerade Waren, die außerhalb der EU produziert werden, so die LSV-Auffassung, seien zumeist mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, die in Deutschland und in der EU keine Zulassung hätten. Würden solche Lebensmittel importiert, nehme man billigend in Kauf, dass in den Herkunftsländern die Umwelt dadurch zerstört werde. In Deutschland würden auch die Nutztierhalter seitens des Lebensmittel-Einzelhandels zunehmend gegängelt. Hier sollen Standards über dem gesetzlichen Rahmen hinaus eingehalten werden – und das oft ohne ausreichenden Ausgleich. Die klare Ansage an die Verantwortlichen: „Schützen und stärken Sie durch den Stopp von solchen Importen die Tiere, die Umwelt, die Verbraucher und die Produzenten innerhalb Deutschlands.“

Authentisches Marketing: Ein Grund für die Entfremdung von Verbrauchern und Landwirten sei, so der LSV weiter, unter anderem ein oft vom LEH gezeichnetes Zerrbild der heutigen Landwirtschaft. „Stellen Sie in der Werbung die Realität dar, und Sie werden bemerken, dass es der Kunde Ihnen danken wird“, wenden sich die Bauern direkt an den LEH. Denn auch der Kunde bemerke mit der Zeit, dass es nicht mehr so romantisch in der Landwirtschaft zugehe wie vor 40 Jahren. „Bewerben Sie die Produkte mit ihren Eigenschaften und eben nicht mit dem Tiefestpreis oder Ähnlichem.“ der LSV würde sich wünschen, dass diese Aktion auch beim LEH Gehör findet „und vor allem schnellstmöglich Taten daraus resultieren.“