Main-Tauber

Bahn Anträge zur Entschädigung können von Stammkunden ab 17. Juni gestellt werden

„War keine Werbung für die Schiene“

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Stammkunden im regionalen Schienenverkehr in Baden-Württemberg können ab 17. Juni für zehn Strecken den Antrag auf eine einmalige Entschädigung für einen Monatsbeitrag stellen. Zu den betroffenen Strecke gehört auch die Verbindung Stuttgart – Heilbronn – Würzburg.

Damit bedanken sich die beteiligten Eisenbahnunternehmen und das Verkehrsministerium auch bei den Pendlerinnen und Pendlern, dass sie auf den betroffenen Verbindungen trotz besonders schlechter Leistungen der Bahn treu geblieben sind. „Das war keine Werbung für die Schiene und ich verstehe gut, dass viele sich gerade im letzten Jahr über verspätete und ausgefallene Züge geärgert haben. Das ging mir nicht anders“, teilt der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann in einer Pressemitteilung mit. „Die Unternehmen zeigen mit dieser Kunden-Aktion, dass sie Verantwortung übernehmen, wenn der Betrieb dauerhaft nicht gut gelaufen ist. Darum finanzieren wir auch einen Teil der Entschädigung als Ministerium mit“, stellt Hermann klar. „Die Pünktlichkeitsquoten haben sich während der letzten Monate auch auf den Problemstrecken stark verbessert. Nur durch diese Zuverlässigkeit bekommen wir die Mobilitätswende hin. Sie ist gerade jetzt wichtiger denn je.“

Den Antrag auf Rückzahlung eines Monatsbeitrages, einer Zeitkarte oder einer Abo-Rate können die Kunden über die bwegt-Webseite www.bwegt.de/entschaedigung stellen. bwegt nutzt für die Abwicklung der Zahlungen und für die Kundenkommunikation die Dienstleister DB Regio und DB Dialog. Auf der bwegt-Webseite werden alle Fragen zur Entschädigung über FAQs beantwortet, eine telefonische Kundenhotline steht darüber hinaus für weitere Fragen zur Verfügung, heißt es in der Presseinformation weiter.

„Wir wollen es den Kunden so einfach wie möglich machen“, so Hermann. Er lobte die Dienstleister der DB, aber auch die Mitarbeiter der Nahverkehrsgesellschaft und des Ministeriums, die in den letzten Monaten den Prozess für eine solche komplexe Aktion aufgesetzt haben. „Ziel ist, unbürokratisch zu entschädigen.“ Anhand objektiver Kriterien, insbesondere Pünktlichkeit und Zugausfallquoten hatte das Verkehrsministerium entschieden, dass auf diesen zehn Strecken außerhalb des Gebiets der Stuttgarter S-Bahn die Pendlerinnen und Pendler entschädigt werden.

Entschädigt werden Fahrgäste, die von Schlechtleistungen im regionalen Bahnverkehr zwischen Juli 2019 und Januar 2020 betroffen waren.

Eisenbahnunternehmen müssen generell Strafzahlungen, sogenannte Pönale, an das Land entrichten, wenn ihre Züge schlechte Pünktlichkeitswerte aufweisen. Diese Zahlungen werden in das Schienensystem reinvestiert.

Die Entschädigungsaktion ist darüber hinaus eine einmalige Erstattung an die Bahnkunden. pm