Main-Tauber

„Zukunft Karriere Digital“ Teilnehmerzahl kletterte bis zuletzt steil nach oben auf über 520 registrierte Jugendliche

Virtuelles Sprungbrett kommt gut an

Archivartikel

Neun intensive Stunden, 50 Ausbildungsbetriebe und über 520 Schüler – am Ende des Tages steht für FN-Geschäftsführer Jochen Eichelmann fest: „Das war ein toller Erfolg.“

Odenwald-Tauber.Es ist ein kühler Novembermorgen. Draußen vor dem Tauberbischofsheimer Fechtzentrum verziehen sich die letzten Nebelschwaden, drinnen sind bereits zahlreiche Stände und Aktionen aufgebaut. Dominik Trunk von den FN steht in den Startlöchern, um in wenigen Minuten die Ausbildungsmesse zu eröffnen und Ströme von Schülern bei „Zukunft Karriere“ zu begrüßen – Moment mal. Messestände? Ströme von Schülern? In der aktuellen Pandemie-Situation undenkbar. Gut eine Woche ist es her, dass sich Bund und Länder auf den „Lockdown light“ geeinigt haben. Wieder kommen Veranstaltungen aller Art zum Erliegen.

Genau darauf waren die Fränkischen Nachrichten und ihre Unterstützer vorbereitet: Statt im Fechtzentrum fiebert das FN-Team am Morgen im dritten Stock des Frankoniahauses dem offiziellen Start der virtuellen Ausbildungsmesse „Zukunft Karriere Digital“ entgegen.

Gegen 9 Uhr checkt Dominik Trunk ein letztes Mal den Blog, der das Event-Programm ersetzt. Im Hintergrund gehen letzte Testläufe über die Bühne. Dann steht der Premiere nichts mehr im Weg. Um 11 Uhr wird der Blog freigeschaltet – gleichzeitig fällt der Startschuss für die digitale Ausbildungsmesse.

Begrüßung per Videobotschaft

„Wir wollten in der aktuellen Situation auch eine Chance sehen und jungen Menschen eine Möglichkeit geben, sich mit Unternehmen aus der Region zu vernetzen“, stellt Dominik Trunk in seinem Grußwort fest, nicht von der Bühne, sondern in Form einer Videobotschaft.

Diese Chance haben die Jugendlichen ergriffen. Fielen die Anmeldezahlen zunächst noch etwas verhalten aus – kaum verwunderlich bei einem derart neuen Angebot – kletterten sie in den letzten Tagen vor der Messe steil in die Höhe. Mehr als 520 Schüler nutzten „Zukunft Karriere Digital“ als Sprungbrett ins Berufsleben. Das Zeitfenster für die Video-Dates war flexibel von 9 bis 18 Uhr gewählt, um möglichst viele Kontakte zu ermöglichen.

„Genauso wichtig wie die Frage ,Wen heirate ich?’ ist die Frage ,Welchen Beruf möchte ich ergreifen?“, betont Schirmherr und Landrat Reinhard Frank und fügt an: „Hier bietet der Main-Tauber-Kreis großartige Möglichkeiten.“

Teilnahme aus dem Homeoffice

Die Sparkasse Tauberfranken unterstützt die Ausbildungsmesse von Beginn an als Partner. Vorstandsvorsitzender Peter Vogel erklärt, warum ein solches Angebot in der aktuellen Zeit so wichtig ist: „Junge Menschen brauchen diese Messe als Orientierung, welche tollen Entwicklungsmöglichkeiten es in unserer Region gibt.“ Dass sich junge Menschen um ihre Zukunft keine Sorgen machen müssen, weiß Gerald Fichtner von der IHK Heilbronn Franken: „Es gibt für alle noch eine Lehrstelle, die eine Ausbildung beginnen möchten.“

FN-Geschäftsführer Jochen Eichelmann bedankt sich in seinem digitalen Grußwort bei allen Unterstützern der Initiative und wünscht den Teilnehmern der Messe „viele Eindrücke, tolle Jobs und Möglichkeiten für Euren Start ins Berufsleben“. Unterdessen steckt das FN-Team schon mitten im Geschehen. Während Dominik Trunk sich um alle technischen Fragen kümmert, die bei Ausstellern oder Schülern aufkommen, und in ständigem Austausch mit dem Partner „Talentefinder“ steht, geben die Kollegen beim Matching mit Jugendlichen noch einmal Vollgas. Die Video-Dates mit interessierten Schülern leitet Personalreferentin Chiara Waldenberger vom Homeoffice aus – auch das macht eine komplett virtuelle Ausbildungmesse möglich.

Ähnlich wie bei den FN dürfte es am Freitag bei allen 50 angemeldeten Ausbildungsbetrieben ausgesehen haben. Selbst am Event-Tag hatten sich noch einige kurzentschlossene Schüler registriert und nutzten die Plattform.

Am Ende des Tages stand für Jochen Eichelmann und Dominik Trunk fest: „Wir sind begeistert von der Resonanz quer über das gesamte Verbreitungsgebiet. Wir haben tolle, lockere Gespräche geführt und dabei vielversprechende junge Menschen kennengelernt. Diese Art der Messe war auch für uns vollkommen neu, und wir ziehen eine sehr positive Bilanz. Die Plattform hat ihren Zweck, digitale Interaktion möglich zu machen, erfüllt.“