Main-Tauber

Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum Koordinierungsausschuss sichtet Anträge

Viele sinnvolle Maßnahmen in der Region werden auch künftig unterstützt

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) ist eines der am intensivsten genutzten Förderprogramme des Landes. In diesen Tagen kam der Koordinierungsausschuss für den Kreis zusammen, um die Förderfähigkeit der Anträge für 2020 zu prüfen. Insgesamt geht es um einen Zuschusswunsch von rund 5,9 Millionen Euro. Der Ausschuss stellte fest, dass die Qualität der Anträge ein sehr gutes Niveau erreicht hat.

Das ELR fördert Projekte und Maßnahmen im Wohnungsbau, zur innenörtlichen Entwicklung, zur Grundversorgung, zum Arbeiten und für Gemeinschaftseinrichtungen. Hierbei gibt das MLR vor, dass rund 50 Prozent der Fördermittel für die Entwicklung von Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. „In städtischen und in dörflichen Ortskernen geht es darum, alte Bausubstanz zu beleben oder zu erneuern“, erklärte Dezernent Jochen Müssig.

Müssig erklärte, dass für das Projektjahr 2020 insgesamt 95 Anträge eingereicht wurden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung von 24 Anträgen. Dabei geht es um neun kommunale Vorhaben, 17 privatgewerbliche und 69 private Vorhaben. Allerdings fällt das Investitionsvolumen mit rund 38,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr mit 50,2 Millionen Euro deutlich geringer aus. „Zurückzuführen ist dies im Wesentlichen auf die Maßnahmen im Wohnbereich, die hinsichtlich des Investitionsvolumens gegenüber privat-gewerblichen Anträgen geringer ausfallen“, erläuterte Müssig. Bürgermeister Stein und Bürgermeister Haas legten Wert darauf, dass in den Städten und Gemeinden möglichst umfassend gefördert werden kann.

Wie Barbara Nießen ausführte, soll das ELR auch mit dieser Antragsrunde wiederum dazu beitragen, historische Ortskerne in ihrer Bausubstanz zu erhalten, ihnen neues Leben einzuhauchen und sie auf zukünftige Lebens- und Wohnbedürfnisse auszurichten. Die über die Städte und Gemeinden eingereichten Anträge kommen diesen Erfordernissen nach. Es gab nur sehr vereinzelt Anträge, die nicht den Vorgaben entsprachen. Eine ausführliche Erörterung ergab sich auch über den Aspekt, ob es sich bei der Neuausrichtung einer alten Scheune oder eines alten Hauses um eine Umnutzung oder um einen Neubau handelt. „Eine Umnutzung liegt immer dann vor, wenn die äußere Kubatur im Wesentlichen erhalten bleibt“, erläuterte Barbara Nießen. Die Entscheidung, ob eine Umnutzung oder ein Neubau vorliegt, ist wichtig, da unterschiedliche Fördersätze anfallen. Neubauten werden pro Wohnung mit 30 Prozent bzw. maximal 20 000 Euro und Umbauten ebenfalls mit 30 Prozent, jedoch maximal 50 000 Euro gefördert. lra