Main-Tauber

Corona-Krise Im Landkreis Schwäbisch Hall betrug die 7-Tage-Inzidenz 191,1 / Vion in Crailsheim erhöht Zahl der Tests

Viele Infizierte im Schlachthof in Crailsheim

21 000 Schweine und 2300 Rinder werden laut Betreiber eigentlich jede Woche im Vion-Schlachthof in Crailsheim zerlegt. Viele Corona-Fälle bremsen den Betrieb nun aber aus.

Crailsheim. Nach einem Corona-Ausbruch sind mehr als 30 Mitarbeiter des Vion-Schlachthofs in Crailsheim (Landkreis Schwäbisch Hall) in Quarantäne. Insgesamt 23 Mitarbeiter sind positiv auf das Virus getestet worden, bestätigt die Vion-Kommunikationsabteilung. Der Betrieb könne aufrechterhalten werden, so Thomas van Zütphen, Vion-Pressesprecher, am Dienstag, aber „aufgrund der aktuell nicht zur Verfügung stehenden Beschäftigten“ eben nur reduziert.

Laut Standmitteilung des Landratsamtes in Schwäbisch Hall vom Montagabend, 18 Uhr, zum Coronavirus-Geschehen heißt es: „Im Landkreis Schwäbisch Hall haben wir seit dem Beginn der Corona-Pandemie insgesamt 4298 bestätigte Corona-Erkrankte. 113 Corona-Erkrankte aus dem Landkreis sind bisher an und mit Covid 19 verstorben.“

3801 Corona-Erkrankte seien wieder gesundet. „Aktuell sind im Landkreis 384 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. In den letzten sieben Tagen gab es 376 Neuinfektionen“, so die Kreisbehörde. Das entspreche einer 7-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner von 191,1. Unsere Redaktion hakte weiter bei Vion nach und fragte, das Unternehmen, ob bekannt sei, wo sich die eigenen Mitarbeiter angesteckt haben. Dazu sagte Vion-Sprecher Zütphen: „Wir stehen zu dieser Fragen im Austausch mit den Gesundheitsbehörden. Doch derweil kann man nur Vermutungen anstellen, inwieweit sich die Personen gegebenenfalls über die Feiertage bei privaten Kontakten angesteckt haben.“

Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um das Infektionsgeschehen einzugrenzen? Sprecher Zütphen antwortet: „Seit Beginn der Pandemie hat Vion ein konzernweit einheitliches SARS CoV-2 Schutzmaßnahmenkonzept implementiert. Vion folgt bei diesen Maßnahmen den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sowie der Arbeitsschutzregel und den SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandards des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales beziehungsweise deren Konkretisierung durch die Berufsgenossenschaft BGN. Zur Sicherheit haben wir unsere darüber schon seit mehreren Wochen hinausgehende Frequenz der vorsorglichen Tests in Crailsheim für alle Mitarbeiter bis auf Weiteres noch einmal erhöht.“

Die Vion Crailsheim GmbH beschreibt sich selbst auf ihrer Internetseite als „erfolgreichen Mischbetrieb“. Weiter heißt es dort mit Blick auf die „normalen Arbeitsabläufe“, abseits der Corona-Krise: „Vion Crailsheim schlachtet und zerlegt pro Woche 21 000 Schweine und 2300 Rinder. Mehr als 50 Prozent des Frischfleisches werden in der Region, im heimischen Lebensmitteleinzelhandel, bei Metzgern, in der Gastronomie und in der Industrie vermarktet. Aber gleichzeitig gehen 27 Prozent des in Crailsheim erzeugten Fleisches in den Export, zum Beispiel Bäuche nach Korea und Rückenspeck nach Japan.“