Main-Tauber

Kindertagespflege Mit dem „Tandemmodell“ wollen Jugendamt und Tageselternverein die Betreuung sichern

Vertretung für kranke Tagesmütter

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Die Unterbringung von Kindern bei Tagesmüttern und -vätern soll gerade den Kleinen unter drei Jahren eine familienähnliche Atmosphäre und eine individuelle Betreuung in einem überschaubaren Rahmen bieten. Doch was ist, wenn die Tagesmutter krank wird? Wer betreut das Kind, wenn Mutter und Vater arbeiten müssen und nicht ad hoc frei bekommen?

Dieses Problem war sowohl dem Tageselternverein Main-Tauber-Kreis als auch dem Jugendamt bewusst. Immer wieder wurde es angesprochen. 2018 hatte der Jugendhilfeausschuss auf Anregung von Manfred Schaffert (CDU) ihm dann den Auftrag erteilt, auf Abhilfe zu sinnen. Das Jugendamt machte sich an die Arbeit, führte Abstimmungsgespräche mit dem Tageselternverein und wähnte sich auf einem guten Weg, so Jugendamtsleiter Martin Frankenstein. Doch dann kam Corona. Jetzt wurde mit dem „Tandemmodell“ eine Lösung gefunden, die der Jugendhilfeausschuss auch einhellig billigte.

Danach arbeiten zwei Tagespflegepersonen, die in räumlicher Nähe wohnen, zusammen. Die jeweiligen Tageskinder, deren Eltern und die Tagesmütter sollen sich gegenseitig kennenlernen und eine Beziehung zueinander aufbauen.

Ein Betreuungsplatz bei einer der Tandempartner wird freigehalten. Für diesen Platz erfolgt die Zahlung eines finanziellen Ausgleichs in Höhe von 419,25 Euro im Monat. Bei zehn solcher Freiplätze bedeute das einen jährlichen finanziellen Aufwand in Höhe von 46 000 Euro. „Das Projekt soll nicht von jetzt auf gleich, sondern nach und nach starten“, so Frankenstein.

Beim Ausbau der Kindertagespflege war von einer Quote von 20 Prozent ausgegangen worden. Derzeit liegt man bei 17,6 Prozent. Mit der Vertretungsregelung hoffen die Verantwortlichen auf eine höhere Akzeptanz. hvb