Main-Tauber

Ausbaustand Kinderbetreuung Sabine Sandmaier vom Jugendamt informierte über die Zahlen zum Stichtag 31. Dezember 2019

Teilweise ist die rote Linie erreicht

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Über den Ausbaustand der Kindertagesbetreuung zum 31. Dezember 2019 berichtete Jugendamtsmitarbeiterin Sabine Sandmaier dem Jugendhilfeausschuss bei seiner Sitzung am Dienstag in der Kreisstadt. Seit 2013 verzeichne man einen stetigen Anstieg der Geburtenrate. 2019 wurde mit 1229 Geburten im Main-Tauber-Kreis ein neuer Höchststand erreicht. Für die Krippenbetreuung stehen 1107 Plätze zur Verfügung.

Für Betreuungsangebote in Tageseinrichtungen und in der Tagespflege für Kinder unter drei Jahren stehen 1367 Plätze bereit. Rechnet man die vorhandene Platzzahl einer Gemeinde mit ihrer Zahl von Kindern unter drei Jahren gegen, ergibt sich die Betreuungsquote. Wurde 2013 als Soll-Quote 35 Prozent festgelegt und beträgt die Zielquote nach einer Studie nunmehr 42,6 Prozent, kommen Bad Mergentheim (26,61 Prozent) und Lauda-Königshofen (26,63 Prozent) nicht einmal auf den 2013 festgelegten Prozentsatz.

Dies sei vor allem, wie Kreisrätin Manuela Zahn (CDU), die gleichsam Stadträtin in Bad Mergentheim ist, auf das Fehlen von Fachpersonal zurückzuführen. „Einige Kommunen melden zurück, dass sie den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz nicht gewährleisten können“, so Sabine Sandmaier. Festzuhalten ist aber auch, dass etliche Kommunen im Kreis eine Quote von über 50 Prozent aufweisen.

110 Kindergärten mit 223,75 Gruppen gab es im Main-Tauber-Kreis zum Jahresende. Das bedeutet eine Steigerung von 3,75 Gruppen gegenüber dem Vorjahr. Stärker nachgefragt sind zusammenhängende Betreuungszeiten mit einem Mittagessen in der Einrichtung.

Für die Schulkindbetreuung stehen 2197 Plätze vor allem in verlässlichen Grundschulen und in Grundschulen mit Ganztagsbetreuung zur Verfügung. Laut Elternwunsch sollen die Betreuungsformen flexibel sein. Die Zielquote bei der Schulkindbetreuung einschließlich der Tagespflege bei Tageseltern liegt, laut Sandmaier, bei 55,7 Prozent. Im Landkreis ist zwar ein Plus von 0,4 Prozent zu verzeichnen, mit 51,5 Prozent verfehlt sie diese jedoch leicht.

Die Anzahl der betreuten Kinder von geflüchteten Familien ist mit einem Minus von 68 auf 301 Mädchen und Jungen stark gesunken.

Beim Blick auf das Kindergartenjahr 2020/21 informierte Sabine Sandmaier über Neu-, Aus- und Umbauten in Kindertageseinrichtungen aufgrund erhöhter Nachfrage, die teilweise nicht befriedigt werden kann. Dem steht das Ruhen der Betriebserlaubnis für den Kindergarten in Ilmspan für ein Jahr wegen zu geringer Kinderzahlen gegenüber. Die Städte und Gemeinden im Landkreis bieten, wie am Ausbaustand abzulesen ist, ein äußerst heterogenes Bild.

Sandmaier informierte zudem über den aktuellen Stand der Erhebung von Kindern mit besonderen sozialen und emotionalen Bedürfnissen, die vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Hochschule Nürnberg wissenschaftlich begleitet wird. Erste Vortests laufen. hvb