Main-Tauber

Prognose IHK und Wirtschaftsjunioren bewerten die aktuelle Lage der regionalen Wirtschaft

Solide Konjunktur in allen Bereichen

In der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken bewerten die Unternehmen ihre Entwicklung positiv.

Heilbronn. Die IHK und die Wirtschaftsjunioren der Region Heilbronn-Franken sehen optimistisch auf das Jahr 2019. Trotz der noch unbekannten die Folgen des bevorstehenden Brexits und vieler ungeklärter Fragen zur Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump bewerten die Unternehmen in der IHK-Konjunkturprognose ihre künftige Entwicklung positiv.

Für Hauptgeschäftsführerin Elke Döring bleibt die regionale Wirtschaft auf solidem Wachstumskurs. Die längste Aufschwung-Phase hält bei leichter Abschwächung auf immer noch hohem Niveau weiter an. „Die Wirtschaft boomt nach wie vor. Momentan gibt es keine Anzeichen für einen in die Rezession mündenden Abschwung“. Sowohl die Industrie als auch der Bausektor melden bei der jüngsten Umfrage neue Bestmarken.

Im Handel und auch bei den Dienstleistern habe sich das Stimmungsbild verbessert. Wesentlichen Anteil daran habe die Binnenwirtschaft, die von hohen Beschäftigungszahlen und steigenden Löhnen getragen wird, so Döring. Dies gebe auch Rückenwind für das laufende Jahr. Die Beschäftigungsplanungen sind weiter expansiv. Das größtes Geschäftsrisiko sieht die Hauptgeschäftsführerin, im zunehmenden Fachkräftemangel und in den steigenden Energiepreisen.

Die Baukonjunktur bewegt sich auf höchstem Niveau, und die gesamte Branche befinde sich mitten im digitalen Wandel, wie der Geschäftsführer der Abteilung Straßen- und Netzbau der Leonhard Weiss GmbH, Robert Kress, betonte. Er sieht den größten Hemmschuh der künftigen Entwicklung des Bausektors im fehlenden Fachkräftepotenzial. Man werde alles tun, um die bauspezifischen Berufe attraktiver zu machen und das Image der gesamten Branche verbessern.

Auch die steigenden Treibstoffpreise sprach Kress an, die der Bauwirtschaft schwer zu schaffen machen. So wirke sich die Dieselpreiserhöhung beim Unternehmen Weiss bei einem Jahresverbrauch von rund 15 Millionen Litern, besonders negativ auf die Ertragslage aus.

Schwache Ertragslage

Michael Jung, Leiter des Bereichs Unternehmenskunden Baden-Württemberg Nord-West bei der Baden-Württembergischen Bank, berichtete von einer schwachen Ertragslage in der Bankenindustrie, die der Niedrigzinsphase geschuldet sei. Jung rechnet damit, dass dieser Zustand sich bis 2020 kaum verändern wird. Gleichwohl werde das Geldinstitut für Kunden, Mitarbeiter und Gesellschaft immer bereit sein für Neues.

Der geschäftsführende Gesellschafter und Vorsitzende der Geschäftsführung der Lauda Dr. R. Wobser GmbH & Co. KG, Dr. Gunther Wobser, sieht sich von der Politik im Stich gelassen. „Also müssen Unternehmer selbst etwas unternehmen“, so seine Devise. Deshalb nutzt er seine in den USA erworbenen Kenntnisse über Start-ups und Innovation beim Aufbau einer ganzheitlichen Innovationsstrategie in seinem Technologie-Unternehmen, das zu den Weltmarktführern in der Temperier-Technik gehört.

Zu viel Aktionismus

Für Wobser wird von der Politik zurzeit „zu viel Aktionismus“ an den Tag gelegt, und er kritisierte auch die von Sozialminister Hubertus Heil angestrebte, ausufernde Sozialgesetzgebung, die nach seiner Meinung gegen alle Leistungsprinzipien verstoße. Schon die Einführung der Rente mit 63 Jahren sei der falsche Schritt gewesen.