Main-Tauber

Jugendhilfe Creglingen Für eine Übergangszeit sicher wohnen

Schutz und Orientierung für Kinder und Jugendliche

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Krisenintervention, Inobhutnahme, Kurzeitunterbringung – kurz KIK – heißt die Wohngruppe der Jugendhilfe Creglingen, die in einem dreigeschossigen Haus in der Kreisstadt untergebracht ist. Tina Weise, Bereichsleitung Nord, und Michael Zeiler, Leiter der Wohngruppe, stellten das Projekt dem Jugendhilfeausschuss vor.

Sie berichteten vor vier Kindern und Jugendlichen: Dem 13-jährigen Brian, der vier Geschwister hat, vier Jugendhilfemaßnahmen und drei Einrichtungen genossen hat. Er verweigert die Schule, trinkt Alkohol und nimmt Drogen.

Dann ist da die 14-jährige psychisch auffällige Carla, die sich selbst verletzt und über Psychiatrieerfahrung verfügt. Ihre Eltern sind sehr besorgt. Daneben leben die Geschwister Tim (9) und Sarah (11). Ihr Kindeswohl war stark gefährdet. Ein anderer ist Ahmed (14), dessen Eltern kein Verständnis für seine Homosexualität haben, der häusliche Gewalt erfahren hat und selbst um Inobhutnahme bat. Sie alle leben oder lebten im KIK.

Der Schutz dieser Kinder und Jugendlichen, die Bearbeitung von Krisen, ihre Entlastung und die damit verbundene psychische Stabilisierung seien Ziel der Unterbringung in dieser außergewöhnlichen Wohngruppe, erläuterte Michael Zeiler. Hinzu käme die Neuorientierung, um neue Perspektiven zu entwickeln. Manch einer komme in die Wohngruppe, weil niemand so recht weiß, welche Unterbringung perspektivisch die beste ist. Es gelte, die Situation zu klären. Andere bräuchten ambulante und therapeutische Hilfen und einen Ansatz, um selbstständig zu werden.

Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Ausschussmitglieder von diesem Projekt, bei dem unterschiedliche fachliche Aufgaben ineinandergreifen. Die Arbeit mit diesen Kindern und Jugendlichen, mit ihren ganz individuellen schwierigen Lebenserfahrungen und -situationen, stellen, wie Michael Zeiler ausführte, „einen Drahtseilakt und eine große Herausforderung dar“. Landrat Reinhard Frank meinte: „Zukunft für die Schwächsten der Gesellschaft stiften, ist zentral wichtig.“ hvb