Main-Tauber

MRE-Netzwerk informiert (Teil 4) Impfungen helfen den Antibiotikaverbrauch zu senken

Schutz für sich selbst und andere

Archivartikel

Die Mitglieder des MRE-Netzwerks Main-Tauber-Kreis berichten in dieser Serie über das, was jeder über multiresistente Erreger (MRE) wissen sollte. Heute geht es um Impfungen.

Main-Tauber-Kreis. In der Vergangenheit ist es immer wieder zu Ausbrüchen von so genannten „Kinderkrankheiten“ gekommen. Diese können bei Betroffenen und bei nicht immunen Kontaktpersonen schwerwiegende Komplikationen und Spätschäden hervorrufen. Durch Impfungen können viele bakteriell verursachte Krankheiten jedoch verhindert werden.

In der Folge müssen keine Antibiotika zur Bekämpfung eingesetzt werden. Der zu häufige beziehungsweise unbegründete Einsatz von Antibiotika ist eine Ursache für das Entstehen von multiresistenten Erregern (MRE). Daher begrüßt das MRE-Netzwerk der Kommunalen Gesundheitskonferenz Main-Tauber-Kreis konsequente Impfungen.

Was sind Impfungen?

Gegen verschiedene Infektionserkrankungen kann geimpft werden, so dass das Entstehen der jeweiligen Erkrankung verhindert werden kann. Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Umgebung. Es entsteht dadurch ein so genannter Herdenschutz.

Impfempfehlungen gelten prinzipiell für jedes Lebensalter. Je nach Erkrankung, gegen die geimpft wird, gibt es bestimmte Empfehlungen, in welchem Alter die Impfungen durchgeführt werden sollten. Bei der aktiven Impfung wird entweder ein Lebend- oder ein Totimpfstoff verabreicht.

Beim Lebendimpfstoff werden Teile von abgeschwächten Erregern und beim Totimpfstoff Teile von abgetöteten Erregern verabreicht. Beide Impfstoffe sollen dazu führen, dass das Immunsystem entsprechende Immunität, das heißt Antikörper, produziert.

Dieser Impfschutz muss nach einem bestimmten Zeitraum wieder aufgefrischt werden. Bei der passiven Impfung werden Konzentrate von Antikörpern gegen Krankheitserreger verabreicht, die einen sofortigen Schutz bieten, aber eine wesentlich kürzere Wirkdauer haben. Als Simultanimpfung bezeichnet man eine Impfung, die den Patienten gleichzeitig aktiv und passiv immunisiert und so Sofortschutz mit langanhaltender Wirkung kombiniert. In der Regel besitzt jeder Bürger seit der Kindheit einen Impfpass. In diesem sind alle Grundimmunisierungen sowie alle weiteren bisher verabreichten Impfungen eingetragen. Diese bisherigen Impfungen stellen zusammen den Impfstatus einer Person dar. Mit der Grundimmunisierung sind alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfohlenen Impfungen im Kindes- und Jugendalter gemeint.

Beratung wichtig

Die Beratung erfolgt in der Regel durch den behandelnden Haus- oder Kinderarzt. Dieser kann auch bei eventuell bestehenden Grunderkrankungen wie zum Beispiel Autoimmunkrankheiten oder Allergien eine individuell angepasste Beratung bieten.

Neben der Überprüfung des Impfstatus bei Kindern im Vorschulalter im Rahmen der Einschulungsuntersuchung (ESU) bietet das Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises (Telefon: 09341/825579, E-Mail: gesundheitsamt@main-tauber-kreis.de) auch persönliche Impfberatungen an.

Die Impfempfehlungen werden durch die STIKO ausgesprochen. Empfohlene Standardimpfungen können dem Impfkalender der STIKO entnommen werden. Ergänzend wird beispielsweise in Baden-Württemberg die Impfung gegen Frühsommerenzephalitis (FSME), die durch Zecken übertragen wird, empfohlen. Darüber hinaus sind Indikationsimpfungen zum Beispiel vor dem Antritt von Auslandsreisen empfohlen.

Kombinationsimpfstoffe

Es gibt sogenannte Kombinationsimpfstoffe, bei denen gegen bis zu sechs Erkrankungen gleichzeitig geimpft werden kann. Je nach Impfung muss diese aber mehrfach in einem bestimmten Zeitabstand wiederholt werden, um einen ausreichenden Impfschutz erreichen zu können. Eine Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) kann als Kombination mit Diphtherie und Pertussis (Keuchhusten) verabreicht werden.

Ob in der Schwangerschaft eine Impfung erfolgen kann, hängt zum einen von der Art der Impfung und zum anderen vom individuellen Risikoprofil ab. Es wird empfohlen, mindestens drei Monate vor einer geplanten Schwangerschaft den Impfstatus gemeinsam mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. lra

Im nächsten Teil wird über Hygiene im eigenen Zuhause berichtet. Bei Fragen stehen Ansprechpartner im Gesundheitsamt des Landratsamtes zur Verfügung, Telefon 09341/825579, E-Mail: gesundheitsamt@main-tauber-kreis.de.