Main-Tauber

Bundesweiter Aktionstag Diakonisches Werk und Landratsamt waren mit von der Partie

Schüler für Thema Glücksspielsucht sensibilisiert

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Deutschlandweit fand ein Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Aus diesem Anlass veranstalteten Gaby Schiller-Abendschein von der Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis und die Kommunale Suchtbeauftragte des Landratsamtes, Annemarie Betz, für die zehnten Klassen der Realschule und Werkrealschule Creglingen Workshops zum Thema Glücksspielsucht.

Hierbei wurden die persönlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen aufgezeigt, die exzessives Spielverhalten zur Folge haben kann. In einem Wissensquiz durften die Jugendlichen ihre Kenntnisse zum Thema Glücksspielsucht erweitern. Die Schüler wurden für die Anfänge von Suchtentwicklungen sensibilisiert und erlernten den Unterschied zwischen Genuss, unproblematischem Konsum und problematischem Konsum und Sucht.

Außerdem gab es einen Informationsstand, an dem sich die Jugendlichen weiterführende Materialien mitnehmen und Fragen stellen konnten. Unterstützt wurde die Aktion durch die beiden Schulsozialarbeiterinnen der Real- und Werkrealschule, Meike Kaulbersch und Ann-Kathrin Bähr.

Auch die Bäckerei Schmitt aus Tauberrettersheim beteiligte sich an der Aktion. Die in der Schule verkauften Backwaren wurden passend zum Thema in Papiertüten mit der Aufschrift „Roggen statt Zocken“ verkauft.

Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) zeigt, dass Glücksspiel in Deutschland weit verbreitet ist. Rund 40 Prozent der 16- bis 70-Jährigen geben an, im vergangenen Jahr Glücksspiele gespielt zu haben. Rund eine halbe Million Menschen dieser Altersgruppe haben ein problematisches oder pathologisches Spielverhalten.

Besonders unter jungen Erwachsenen im Alter von 21 bis 25 Jahren ist problematisches Glücksspiel verbreitet. Für mehr als 15 Prozent der 16- und 17-Jährigen in Deutschland gehört Glücksspiel zu ihren Freizeitbeschäftigungen, obwohl Jugendlichen unter 18 Jahren die Teilnahme an Glücksspielen gesetzlich untersagt ist.

In der für den südlichen Main-Tauber-Kreis zuständigen Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werks wurden 2018 132 Klienten begleitet. Zwölf Personen suchten die Beratungsstelle aufgrund der Diagnose pathologisches Glücksspiel auf. Deutlich höher liegt die Zahl derer, die aufgrund einer anderen Sucht in die Beratungsstelle kamen, jedoch zusätzlich an einer Glücksspielsucht litten. Die Beratungsstelle wird durch das Land Baden-Württemberg und den Main-Tauber-Kreis gefördert.

Fragen beantwortet die Suchberatungsstelle des Diakonischen Werks in der Kurstadt Bad Mergentheim, Telefon 07931/4816980, oder per Mail an suchtberatung-mgh@diakonie-tbb.de. Die Kommunale Suchtbeauftragte des Landratsamts ist unter der Telefonnummer 09341/82-5573 oder per E-Mail an annemarie.betz@main-tauber-kreis.de erreichbar. lra