Main-Tauber

„Fabrikkultur“ Die a-capella-Band „Viva Voce“ begeisterte bei ihrem Auftritt in den Hallen von Ceracon in Weikersheim

Schnell bricht das Eis

Archivartikel

20 Jahre „Viva Voce“: Die a-capella-Band gastierte zum Auftakt der Reihe „Fabrikkultur“ am Freitag bei Ceracon – und genoss am Ende sichtlich die stehenden Ovationen des begeisterten Publikums.

Weikersheim. Die Zuhörer sind sichtlich gespannt. Was wird der Abend in gesanglicher Hinsicht wohl bringen? Doch das Eis bricht schnell – denn gleich zu Beginn singt die Halle den „Geburtstagkindern“ ein vielstimmiges Ständchen. Auftakt gelungen – die Lust auf mehr ist geweckt.

Je zweimal Tenor und Bariton, dazu einmal Bass – diese Mischung garantiert auch in Weikersheim – vor ausverkauftem Haus – musikalisches Entertainment auf allerhöchstem Niveau. Mitreißend, originell, modern, charmant und gänzlich ohne instrumentale Begleitung – das ist „Viva Voce“, das zeichnet die Band aus. Längst dem Chorknaben-Alter entwachsen, sind es neben der Performance vor allem die fantastischen Stimmen, die den Erfolg ihrer Auftritte garantieren – stets live und garantiert ohne doppelten Boden. Das kommt an.

Der gesamte Abend ist „mundgemacht“ – vom ersten Song bis zur letzten Zugabe. Stimmen avancieren zu Instrumenten, die Mittelfranken ziehen sämtliche Register ihres musikalischen Könnens und schaffen es, mit ihrer Vielfalt von Schlager bis Rock und von Klassik bis Reagee den Funken aufs Publikum überspringen zu lassen. Wie etwa bei der Persiflage auf Helene Fischers „Atemlos“, bei der die Zuhörer die Stilrichtung bestimmen durften. Gekonnt nehmen sie die Schlager-Queen auf die Schippe – und bringen den Saal förmlich zum Beben.

Mal humoristisch, mal besinnlich, mal nachdenklich – die Mischung macht’s: Stimmkunst, die unter die Haut geht und Eindruck hinterlässt. Wie etwa Jörg Schwartzmann, überzeugender „Schlagzeuger“. Vorzüglich, wie es ihm gelingt, diese Rolle zu übernehmen, wie er Klänge imitiert, Anschlag- und Wischtechniken hervorragend nachahmt.

Bastian Hupfer, David Lungert, Heiko Benjes, Jörg Schwartzmann und Matthias Hofmann – fünf unterschiedliche Charaktere, die sehr charismatisch rüberkommen und mit Vielseitigkeit und Raffinesse eine ausgeklügelte Choreographie aufs Parkett zaubern, mit der sie den Saal in ihren Bann ziehen. Auf einen Nenner gebracht: ein Auftritt, der die Erwartungen übertroffen hat. Andreas Kreißl, Geschäftsführer der Firma Ceracon, die die Reihe „Fabrikkultur“ seit Jahren erfolgreich initiiert, hatte in seiner Begrüßung nicht zu viel versprochen. „Viva Voce“ hat den Nerv des Publikums getroffen, das es am Ende nicht mehr auf den Stühlen hielt. Die Vorstellung der fünf Franken hat weit mehr verdient als ein „Basst scho“. Sie haben sich in die Herzen der Besucher gesungen und dürfen ihre „Drohung“ gerne wahr machen, bald wieder mal ins Taubertal zu kommen.