Main-Tauber

Podiumsgespräch

Ohne Nachhilfe geht es nicht

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Wie das Projekt Integrationsnetzwerk gelaufen ist, legten die beteiligten Partner im Rahmen eines Podiumsgesprächs dar, das Hartmut Kleinikel vom Verein Iris leitete.

Elisabeth Ernst, Geschäftsführerin des Kreisdiakonieverbands Hohenlohe, zeigte sich erstaunt, wieviel im Projekt gelungen sei. Für Flüchtlinge sei es wichtig, nicht nur mit staatlichen Institutionen zu tun zu haben. Zur Kirche könne leicht Vertrauen aufgebaut werden, weil diese auch im Herkunftsland bekannt sei.

Dieter Abendschein, Geschäftsführer von Kolping Bildung und Soziales, berichtete, dass er häufig Gesichter sehe, die er von Sprachkursen kenne. Jetzt nähmen Flüchtlinge an regulären Angeboten, wie ausbildungsbegleitenden Hilfen, teil und signalisierten so die positive Wirkung des Projekts.

Annette Wolf, Geschäftsführerin der Arbeitsinitiative Hohenlohe, sprach von „unglaublichen Traumata“ und der Angst, abgeschoben zu werden, als hohe Belastungen. Zudem sei die Vertaktung in der deutschen Arbeitswelt sehr hoch und das Ausbildungssystem extrem anspruchsvoll. Hier seien Hilfestellungen enorm wichtig.

Christine Rackl, Teamleiterin Markt und Integration beim Job-Center Main-Tauber, betonte die gute Netzwerkarbeit, die geleistet wurde. Größtes Problem sei immer das Ausbalancieren von Unterstützung auf der einen und staatlichen Grenzen auf der anderen Seite.

Dr. Gebhard Stein vom Verein Iris sagte: „Wir müssen die Anforderungen, die an Flüchtlinge gestellt werden, reflektieren.“ Gerade auf der Berufsschulebene müsse das Durchhalten gesichert werden, damit erreichte Erfolge nicht kippen.

Dietmar Heimberger, Ausbilder bei Strabag Rail, sagte: „Jeder bekommt eine Chance.“ Er erlebe die jungen Männer als sehr motiviert. Letztlich war es Javad Norzay, der als Strabag-Lehrling seinen Weg beschrieb. Der 2015 aus Afghanistan Geflüchtete fühlt sich wohl bei der Arbeit, hat aber teils Schwierigkeiten in der Berufsschule. Sein Ziel lautet: Ausbildung beenden, arbeiten und eine eigene Wohnung mieten. Derzeit wohnt er mit einem anderen jungen Mann in einem Zimmer. hvb