Main-Tauber

„Leader“ Auswahlgruppe gibt im Umlaufverfahren grünes Licht für neue Projekte

Neun Vorhaben für die Region beschlossen

Archivartikel

Mittels Umlaufverfahren ist der finanzielle Startschuss für neun weitere „Leader“-Projekte beschlossen worden.

Odenwald-Tauber. Insgesamt wurden Fördermittel in Höhe von rund 330 000 Euro, davon rund 285 000 Euro EU-Mittel, beantragt. Neun Vorhaben in Badisch-Franken nutzten die Chance auf eine „Leader“-Förderung.

„Wir freuen uns ganz besonders, dass ,Leader’ Badisch-Franken auch zum Ende der Förderperiode noch weitere tolle und große Projektvorhaben fördern darf, die unsere Region weiter stärken und noch lebenswerter machen. Das ,Leader’-Förderprogramm ist, trotz des bürokratischen Aufwands, eines der wichtigsten Fördertöpfe für ländliche Entwicklung, denn das Geld kommt da an, wo es gebraucht wird“, so der Vorsitzende Alfred Beetz.

Vorbehaltlich einer Zustimmung durch die Bewilligungsstelle dürfen sich vier private und fünf öffentliche Projektträger über einen Zuschuss freuen: In Dittigheim kommt es zur Neugestaltung des Rathausplatzes. Die Stadt Tauberbischofsheim möchte damit den bestehenden Platz zu einem reizvollen Dorftreffpunkt für Jung und Alt umgestalten.

Der Rinschheimer Gemeindesaal wird von den örtlichen Vereinen ausgebaut und erhält unter anderem eine moderne Küche. Die Veranstaltung der Feste unterschiedlichster Gruppierungen und allgemein die Arbeit der örtlichen Vereine werden dadurch verbessert und unterstützt.

Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis beschert „Leader“ Badisch-Franken „Orte des Glücks“. An unterschiedlichen Standorten mit jeweils einmaliger Lage und Aussicht kommt es unteranderem zum Aufstellen von Liegesofas entlang von Rad- und Wanderwegen. Das gebietsübergreifende Projekt mit der Nachbarkulisse Hohenlohe-Tauber wird so die touristischen Angebote Wandern und Radfahren im Taubertal noch attraktiver gestalten, heißt es weiter in einem Bericht der Verantwortlichen von „Leader“.

In Mudau-Steinbach wird ein altes Wohnhaus zum Seminarzentrum umgebaut. Der private Antragsteller möchte dem angrenzenden Hochseilgarten eine Möglichkeit bieten, unter anderem wetterunabhängig Seminare für „Teambuilding“ anzubieten. Die Vernetzung und Kooperation mit unterschiedlichsten Dienstleistern in der Region zeichnen dieses Projekt aus.

Die Merchinger Kirche erhält eine moderne und auf die Kirchengröße angepasste Orgel. Künftig werden dadurch auch Konzerte angeboten. Zudem wird durch die Maßnahme das immaterielle Kulturerbe „Orgelspiel“ erhalten.

In Oberwittstadt kommt es zur Erweiterung eines Spielplatzes. Die Stadt Ravenstein stellt Spielgeräte auf, die auch für ältere Kinder geeignet sind. Diese Erweiterung wird den Treffpunkt nun zukunftsorientiert komplettieren.

Der Kultur- und Heimatverein Unterneudorf setzt sich für die Zukunft des kleinen Buchener Stadtteils Unterneudorf ein. Mit der bezuschussten multimedialen Ausstattung wird es möglich sein, im ehemaligen Schulhaus kostenfrei im Internet „zu surfen“ und verschiedene Vereinsangebote zu optimieren sowie digital zu gestalten. Die gleichzeitige Neugestaltung der Räumlichkeit lädt zum Verweilen ein.

Ein privater Antragsteller möchte in Königheim ein altes Gasthaus „revitalisieren“. Durch das Projekt wird es dort nun endlich wieder eine Gaststätte geben, die unter andrem mit einer Speisekarte gespickt mit regionalen Spezialitäten glänzen möchte.

„Man kann nur das schützen, was man kennt“ ist das Motto des Projekts der Gemeinde Großrinderfeld. In ehrenamtlicher Arbeit wurden um Großrinderfeld historische Kleindenkmale wie Grenzsteine erfasst. Nun soll die Geschichte und Bedeutung dieser Denkmale mittels bezuschusster Beschilderung auch einem größeren Publikum bekannter gemacht und deren Wichtigkeit vermittelt werden.

„Privatpersonen, öffentliche Träger, Kleinunternehmen und Vereine: Kommen Sie jetzt noch mit ,Leader’-Projektideen auf uns zu“, animiert Beetz die Bevölkerung von Badisch-Franken. Da sich die „Leader-Förderperiode 2014 bis 2020 mit großen Schritten dem Ende zuneigt, wird es nur noch sehr wenige Möglichkeiten geben, „Leader“-Fördermittel abzugreifen. „Leader“ Badisch Franken kann sich bis zum Ende dieses Jahres mit weiteren Vorhaben um die Restmittel, die nun in einen Landestopf überführt wurden, bewerben.

Anträge einreichen

Bis zunächst Mitte August 2020 können Projektanträge bei der Geschäftsstelle eingereicht werden. Die Beschlussfassung über die eingereichten Projektvorhaben wird nach festgelegten Auswahlkriterien, vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Mittel, voraussichtlich Ende August stattfinden. Die Zulassung zur Bewilligung erfolgt nach Maßgabe vorhandener Fördermittel.

Zugelassen werden umsetzungsreife Projekte, die eine Mindestfördersumme von 5000 Euro binden und die maximalen Nettokosten von 600 000 Euro einhalten.

„Leader“ Badisch-Franken möchte insbesondere Projekte bezuschussen, die die Vereinsarbeit stärken, die neue Treffpunkte entwickeln, die einen nachhaltigen Tourismus fördern und Arbeitsplätze sichern und/oder schaffen. „Es wird deutlich: die Möglichkeiten sind vielfältig. Vielleicht passt ja auch Ihre Idee in unser Entwicklungskonzept. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit der Geschäftsstelle auf. Diese steht Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite“, so Beetz abschließend.

Detaillierte Informationen zum Regionalentwicklungsprogramm „Leader“ 2014 bis 2020 erteilt die Geschäftsstelle, Obere Vorstadtstraße 19, 74731 Walldürn, Telefon 06281/52121397 und -1398.