Main-Tauber

Förderung Knapp 600 000 Euro für den Main-Tauber-Kreis aus der Stiftung Naturschutzfonds beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energie

Naturschutzbehörde setzt Maßnahmen für Amphibien um

Archivartikel

Main-tauber-Kreis.Für die in den vergangenen Jahren im Kreis errichteten Windkraftanlagen ist nach den rechtlichen Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes eine Kompensation des Eingriffs in Natur und Landschaft erforderlich. Der insbesondere durch Zuwegung und Stellflächen verursachte Eingriff in den Boden und den Naturhaushalt muss durch konkret festgesetzte Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden, informiert das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Zusätzlich müssen die Betreiber der Anlagen für den erheblichen Eingriff in das Landschaftsbild eine Zahlung an die Stiftung Naturschutzfonds beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg leisten.

Diese Gelder werden dann den vom Bau der Windkraftanlagen betroffenen Kommunen und Landkreisen zur Verfügung gestellt.

Im aktuellen Haushaltsjahr Stiftung Naturschutzfonds werden für den Kreis knapp 600 000 Euro bereitgestellt, die schwerpunktmäßig in Freudenberg, Ahorn und Boxberg eingesetzt werden sollen. Entsprechende Projektförderanträge wurden von den Kommunen gestellt und bereits bewilligt.

Lebensräume vernetzen

Auch die untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt hat für das Projekt „Optimierung und Vernetzung von Amphibienlebensräumen“ einen Zuschuss über 80 000 Euro erhalten, heißt es in der Mitteilung weiter. Ziel des Projektes ist die Optimierung bestehender sowie die Schaffung neuer Feuchtbiotope als Lebensraum und Laichgewässer für heimische Amphibienarten. Das Projekt erfolgt in enger Abstimmung zwischen der unteren Naturschutzbehörde und dem Nabu-Kreisverband.

Der Schwerpunkt des Projektes befindet sich in der Gemeinde Ahorn. Hier können durch die Neuanlage von Feuchtgebieten Vernetzungsstrukturen und Trittsteine zu den Amphibienvorkommen im Neckar-Odenwald-Kreis geschaffen werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer Vernetzung zu Laubfroschvorkommen im Nachbarkreis. Einzelne Maßnahmen sollen aber auch in anderen Kommunen realisiert werden.

Durch die landesweite Artenkartierung für Amphibien und Reptilien Baden-Württemberg liegen bereits Daten zu aktuellen Amphibienvorkommen im Kreisgebiet vor. Neben Braun- und Grünfröschen sind auch Vorkommen von Erdkröte, Feuersalamander, Berg-, Teich- und Kammmolch sowie von der auf Kleinstgewässer spezialisierten Gelbbauchunke bekannt.

Die bestehenden Laichgewässer sind jedoch oft in einem schlechten Zustand. Der hohe Beschattungsgrad durch Gehölze, Verlandungstendenzen sowie das zu frühe Austrocknen führen oft zu einer mangelhaften Entwicklung bis hin zu einem totalen Verlust der Kaulquappen. Hier soll durch gezielte Eingriffe eine Optimierung der Feuchtbiotope er-reicht werden. Vorgesehene Maßnahmen sind der Rückschnitt oder das Entfernen von Gehölzen und das Ausbaggern verlandeter Tümpel.

Des Weiteren ist aber auch vorgesehen, an geeigneten Standorten neue Feuchtbiotope als Trittsteine für die Amphibien herzustellen. Hierdurch wird eine Vernetzung der Feuchtgebiete erreicht und die Möglichkeit zum Austausch zwischen den derzeit oft auch isolierten Populationen ermöglicht. Geeignete Bereiche befinden sich insbesondere im Ahornwald. Die Anlage von Feuchtbiotopen im Wald erfolgt in enger Abstimmung mit der Forstverwaltung.

Die untere Naturschutzbehörde plant derzeit im Rahmen des Sonderprogramms der Landesregierung „Biologische Vielfalt“ weitere Projekte zum Amphibienschutz im gesamten Kreis. Die Förderung und Entwicklung von stabilen Amphibienpopulationen ist auch im Interesse der Naturschutzverwaltung des Landes Baden-Württemberg, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Optimierung und Vernetzung von Feuchtbiotopen und den daran gebundenen Tier- und Pflanzenarten dient auch der Umsetzung der Naturschutzstrategie Baden-Württemberg.

Neben den verschiedenen Amphibienarten werden auch zahlreiche weitere Arten, zum Beispiel Libellen oder der Schwarzstorch, von dieser Artenschutzmaßnahme profitieren. Die Umsetzung des Projektes ist in den Jahren 2018 und 2019 vorgesehen. lra