Main-Tauber

Sommerschule 16 Jugendliche nahmen am Programm des Staatliches Schulamts Künzelsau teil

Mit Energie in den Schulalltag

Tauberbischofsheim.Die Sonne lugt hinter einer Wolke hervor. Es ist Spätsommer, die letzte Woche der Sommerferien läuft. Ein kleiner Trupp tummelt sich auf der Wiese hinter einem Gebäude der Werkrealschule. 16 Jugendliche spielen sich einen riesigen luftgefüllten Ball zu. Jeweils drei bilden ein Team und sind durch einen Reifen, dessen Innenraum eines ihrer Beine nicht verlassen darf, aneinander gekettet.

Die jungen Leute haben Spaß. Sie lachen miteinander, spornen sich gegenseitig an. Dabei kennen sie sich erst seit ein paar Tagen. Denn sie sind Teilnehmer der einwöchigen Sommerschule, einem Angebot des Schulamts Künzelsau, das vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes unterstützt und von der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken (aim) vor Ort organisiert wird.

"Ziel ist es, Schüler von Haupt- und Werkrealschulklassen fit für den Schuljahresbeginn zu machen", erläutert Melanie Heuduck von der aim. Zum Schuljahresende wurden alle Haupt- und Werkrealschulen auf das Angebot aufmerksam gemacht, Lehrer sprachen Schüler gezielt an. Schließlich gilt es für viele, sich auf den Abschluss vorzubereiten. Ein kleiner Motivationsschub wie die einwöchige Sommerschule am Ferienende kann dabei helfen.

"Wir haben eine gute Resonanz", freut sich Melanie Heuduck. Fünf Tage lang erwartete die Jugendlichen ein anspruchsvolles Programm. Um 8 Uhr beginnt die Sommerschule mit dem Start in den Tag. Vormittags stehen zwei Lerneinheiten, nachmittags eine mit jeweils 90 Minuten auf dem Stundenplan. Deutsch, Mathematik und Englisch unterrichten Lehrer, deren Stunden das Schulamt aus ihrem jeweiligen Deputat nimmt.

Inhaltlich läuft es allerdings etwas anders an diesen Tagen. Es gibt Frühstück und Mittagessen sowie ein pädagogisches Begleitprogramm, das von Bärbel Lenhard und Uwe Kolb von der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn angeboten wird. Outdoor- und Gruppenaktivitäten sollen den Kopf frei pusten und die Gemeinschaft stärken. "Es ist super, wie die Gruppe mitmacht", freut sich Bärbel Lenhard. Und Uwe Kolb fügt an: "Das Wir-Gefühl ist wichtig und hat sich nach und nach richtig gut entwickelt."

Auch der schulische Part ist anders als im normalen Betrieb. Bei der Fachdidaktik nimmt die spielerische Herangehensweise einen hohen Stellenwert ein. Außerdem werden Plakate zu den unterschiedlichen Themen erstellt, die am letzten Nachmittag den Eltern präsentiert werden. Geübt wird da schon für die mündliche Prüfung und das Sprechen vor einer Gruppe - alles ohne Zensurendruck.

So wundert es nicht, dass die Jugendlichen von dieser Art des Lernens begeistert sind. "Das ist hier viel besser als die normale Schule", meint Nico. Vanessa gefällt, dass alle viel lockerer sind als in der Schule und Spaß haben. Das mag auch Tom. Einziges Manko: "Das Aufstehen morgens ist sooo schwer." hvb