Main-Tauber

Jusos Main Tauber Bei Sitzung mit dem Kreisvorsitzenden politischen Fahrplan für 2020 erstellt

Mehr Engagement für Ländlichen Raum gefordert

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Die Jusos Main Tauber und SPD-Kreisvorsitzender Kraft trafen sich am Freitag in der „TauBar“ in Tauberbischofsheim. Die Mitglieder diskutierten dabei die politischen Baustellen des Main-Tauber-Kreises und gaben einen Ausblick auf das Programm des neuen Jahres.

Thomas Kraft warnte davor, dass die Probleme des ländlichen Raumes der Politik zu entgleiten drohen. Sterbende Läden, Volksfeste und Kneipen, mangelnder ÖPNV-Ausbau, Klimawandel oder auch die Frage nach bezahlbarem Wohnen – die Liste der Probleme sei lang, so Kraft. Daher müsse man akute Probleme angehen, jungen Menschen Zukunftsperspektiven bieten und sich im Kreis stärker mit Sozialverbänden und Vereinen vernetzen.

„Die Einwohner des Main-Tauber-Kreises wollen nicht mehr von oben herab verwaltet werden, sondern aktiv an der Gestaltung ihrer Umwelt und Zukunft mitwirken – auf Augenhöhe mit der Politik“, so Kraft weiter. Ein Umstand, den man besonders bei der Wertheimer OB-Wahl habe beobachten können. Anton Mattmüller, Juso-Vorstandsmitglied, verwies ergänzend auf MdL Reinhart: „Wer in zahlreichen Aufsichtsräten sitzt, Parteifunktionen innehat, ein Landtagsmandat wahrnimmt und noch nebenbei als Anwalt arbeitet, der hat unbestreitbar eine respektable Vita vorzuweisen und ein wohl noch respektableres Zeitmanagement – aber muss dafür auch in Kauf nehmen, dass die Menschen einem nicht mehr glauben, wenn man behauptet, die Probleme der Bürger kennen oder gar lösen zu wollen.“

Konzertabend geplant

Eine weitere Baustelle stelle die demografische Entwicklung dar. Um Jugendliche vom Abwandern abzuhalten, müsse man diesen auch etwas bieten, mahnte Juso-Sprecherin Xenia Heckmann und bemängelte, dass gerade für junge Menschen immer weniger Angebote zur Freizeitgestaltung vorhanden seien.

Heckmann begrüßte zwar, dass man diesem Trend in Tauberbischofsheim mit der Diskothek „Neue Welt“ zumindest kurzfristig etwas entgegensetzen konnte.

Dennoch täusche ein kleiner Lichtblick nicht darüber hinweg, dass in diese Richtung viel zu wenig getan werde.

Die Jusos veranstalten daher eine Party mit Live Bands in Tauberbischofsheim. Sprecherin Karlotta Bohnet dazu: „Wir wollen auf die Problematik aufmerksam machen und gleichzeitig den Jugendlichen des Main-Tauber-Kreises eine Möglichkeit bieten, günstig zu feiern – ohne nach Würzburg fahren zu müssen.“ Der genaue Termin und Ort werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben.

Dass es den Jugendlichen nicht nur um Partys geht, machte SPD-Neumitglied Carlos Caycedo klar. An den „Fridays for Future“-Demonstrationen in Wertheim und Tauberbischofsheim erkenne man, dass junge Menschen aktiv für die Gestaltung ihrer Zukunft eintreten wollen und sich daher auch die Politik bewegen muss.

„Klimaschutz betrifft alle Taubertäler“, so Anton Mattmüller, „egal, ob Landwirt oder Schüler. Daher ist es wichtig gemeinsam Lösungen zu finden – ohne eine Seite zu benachteiligen.“

Die SPD müsse hierbei ihrer Tradition als Bürgeranwältin gerecht werden: „Die Grünen fordern Hauruck-Klimaschutz ohne Rücksicht auf sozial Schwächere, die CDU klammert sich an den Status Quo – beides birgt Gefahren für die Zukunft.“ Die SPD stehe deswegen für einen bedachten Wandel, um das Gleichgewicht zwischen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Interessen zu wahren.

Präsent bei den Menschen sein

Jusos und SPD laden daher zum 28. März die parlamentarische Staatssekretärin für Umwelt, Rita Schwarzlühr-Sütter, nach Tauberbischofsheim ein.

Der genaue Ort und Termin für die Veranstaltung mit Schwarzlühr-Sütter, die seit 2013 an der Spitze des Bundesministeriums die Energiewende maßgeblich mitgestaltet, werden ebenfalls demnächst bekannt gegeben.

Thomas Kraft, der den SPD-Kreisvorsitz im Juli 2019 übernahm, zeigte sich auch sehr erfreut darüber, dass neben Schwarzlühr-Sütter mit Daniel Born ein weiterer kompetenter Referent für einen Diskussionsabend im Main-Tauber-Kreis gewonnen werden konnte.

Daniel Born ist arbeitsmarkt- und wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und wird am 31. Januar in Igersheim zum Thema „Bezahlbares Wohnen“ sprechen.

Den Auftakt für das veranstaltungsreiche Jahr 2020 bildet der SPD-Bürgerempfang im Dorfgemeinschaftshaus in Neunkirchen am Dienstag, 14. Januar, um 19.30. Daran können alle Interessierten teilnehmen.

In der abschließenden Debatte zogen die Teilnehmer ein positives Fazit angesichts des kommenden Jahres und der regen Beteiligung. Thomas Kraft hob hierbei die anwesenden Neumitglieder hervor und beschloss die Sitzung mit der Devise, dass die SPD das Jahr 2020 nutzen muss, um wieder präsent bei den Menschen zu sein.