Main-Tauber

Bundesgesetz Diskussion über Bildungs- und Teilhabepaket

Kommt oft nicht an

Main-Tauber-Kreis.Ein Diskussionspunkt bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstag war das Bildungs- und Teilhabepaket. Damit werden Familien gefördert, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe oder Asylbewerberleistungen erhalten. Diese Leistungen werden für Schulausflüge, Klassenfahrten, Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf, Schülerbeförderung, Lernförderung, die Mittagsverpflegung in Schulen oder die Teilnahme an Sport-, Freizeit- und Kulturangeboten gewährt. Diese Zuwendungen erhalten auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, für die Kinderzuschlag oder Wohngeld gewährt wird.

Tillmann Zeller (SPD) meinte, das Bildungs- und Teilhabepaket komme nicht an. Manuela Zahn (CDU) schlug in die gleiche Kerbe und monierte, dass die Gelder nicht abgerufen werden. Sozialdezernentin Elisabeth Krug räumte ein, es werde „nur verhalten in Anspruch genommen“.

Einen Grund dafür sieht Ute Schindler-Neidlein (SPD) in den komplizierten Anträgen, die manch einer nicht auszufüllen vermag. Sie fragte an, ob es im Sozialamt Hilfe bei der Antragstellung gebe. „Wir haben den bürokratischen Weg bereits vereinfacht, indem wir alles beim Sozialamt zentralisiert haben“, so Elisabeth Krug. Dort werde auch geholfen.

Heike Naber (CDU) machte zwei Gründe aus, weshalb das Bildungs- und Teilhabepaket so wenig in Anspruch genommen werde. Die einen Familien interessiere es nicht, die anderen stellten aus Scham keinen Antrag, so ihre Beobachtung. Sie selbst habe für den Sportverein schon einige Anträge durchgefochten, so Naber. Die Kreisrätin ist überzeugt, dass Vereine und Musikschulen – die Anbieter von Kultur- und Freizeitangeboten – mit ins Boot geholt werden müssten, um die Hürden niedriger zu halten.

Wolfgang Pempe, Vertreter der freien Vereinigungen der Jugendwohlfahrt im Ausschuss, meinte zum Paket: „Das Bundesgesetz ist gut gemeint, aber schlecht gemacht.“ hvb