Main-Tauber

Caritas Heilbronn-Franken Neue Kinderstiftung mit dem Namen „Camian – Caritas mit anderen“ gegründet

Klares Zeichen gegen Kinderarmut setzen

Archivartikel

Heilbronn-Franken.Die Caritas Heilbronn-Hohenlohe gründete am 20. November, dem Tag des UN-Kinderrechtskonvention, eine Kinderstiftung mit dem Namen „Camian“ für die Region. „Die Caritas will damit ein klares Zeichen gegen Kinderarmut in der Region Heilbronn-Franken setzen“, betonte Caritas-Regionalleiter Stefan Schneider bei der Gründungsveranstaltung. Die Kinderstiftung fördert Angebote für Kinder und Jugendliche in schwierigen und in besonderen Lebenslagen und hilft dabei, Ausgrenzung zu verhindern.

Jedes fünfte Kind im reichen Bundesland Baden-Württemberg ist von Armut bedroht. Auch in der Caritasregion Heilbronn-Hohenlohe werden die Mitarbeiter in ihrer sozialen Arbeit mit diesem Tatbestand konfrontiert. Armut heißt aber nicht nur, kein Geld zu haben. Kinderarmut bedeutet häufig: einen schlechteren Schulabschluss zu schaffen, weniger gesund aufzuwachsen, zu wenig Lern- und Spielraum zu haben sowie die eigenen Fähigkeiten nicht entwickeln zu können.

„In der Sozialarbeit haben wir viel mit erwachsenen Klienten zu tun“, erklärte Eleonore Reddemann, Fachleitung Soziale Hilfen der Caritas Heilbronn-Hohenlohe. „Wir merken dabei aber häufig, dass die Kinder schweigend daneben stehen und auch erheblich unter der Situation leiden.“ Kathrin Lehel, Geschäftsführerin der Stiftung, lieferte eine einfache Erklärung für den Namen „Camian“: „Die Herausforderungen, die wir mit der Stiftung angehen wollen, schaffen wir nicht alleine. Das gelingt nur mit engagierten Partnern. Und so ist auch der Name der Stiftung entstanden: „Camian – Caritas mit anderen.“

Bereits bei der Gründungsveranstaltung bekamen die Gäste einen Eindruck davon, wer diese „anderen“, die engagierten Kooperationspartner und Unterstützer der Stiftung sind. Auch Dr. Erhard Klotz, der frühere Geschäftsführer der Dieter-Schwarz-Stiftung, erklärte sich bereit, seine Expertise aus der Stiftungsarbeit und der Politik bei Bedarf zur Verfügung zu stellen.

Eine wichtige Rolle spielt das Kuratorium. Mit insgesamt neun Kuratoriumsmitgliedern aus der ganzen Region Heilbronn-Franken startet die Stiftung ihre Arbeit. Das Kuratorium repräsentiert die Vielfalt der Themenfelder und Bereiche, in denen die Kinderstiftung aktiv werden will. Mitglieder sind Vertreter aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wirtschaft, Kirchen sowie dem öffentlichen Sektor.

Elisabeth Krug, Dezernentin für Jugend, Soziales und Gesundheit im Landratsamt Main-Tauber-Kreis, vertritt im Kuratorium den nördlichsten Teil der Region Heilbronn-Franken. „Aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich, dass die vielfältigen gesetzlichen Unterstützungsleistungen für Kinder und junge Menschen sehr wichtig sind“, erklärte sie. „Aber es braucht noch mehr: Es braucht ein Engagement aus der Gesellschaft heraus für die junge Generation, um ein gesundes, möglichst unbeschwertes Aufwachsen, um Bildung und Teilhabe zu gewährleisten. Die Kinderstiftung Heilbronn-Franken greift dieses Ziel in vorbildlicher Weise auf. Gerne will ich dabei unterstützen.“

Auch Kuratoriumsmitglied Michaela Lierheimer, Geschäftsführerin der AOK Heilbronn-Franken, will die Stiftung gerne unterstützen. „Es ist für mich ein Herzensanliegen die Gesundheit von Kindern bestmöglich zu fördern und die soziale Teilhabe zu verbessern. Deshalb engagiere ich mich im Kuratorium der Kinderstiftung Heilbronn-Franken.“

Die Kinderstiftung „Camian“ ist als Treuhandstiftung unter dem Dach von Lebenswerk Zukunft, der Caritas-Stiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, gegründet worden. Michael Buck, Vorstand von Lebenswerk Zukunft der Caritas-Stiftung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, erklärte die Vorteile dieses formalen Rahmens. „Eine Treuhandstiftung in dieser Form kann man auch mit relativ wenig Startkapital gründen. Angesichts der Situation am Kapitalmarkt stehen ja aktuell keine nennenswerten Zinseinnahmen zur Verfügung. Durch Spenden wird die Arbeit der Stiftung dann finanziert. Die Projektarbeit steht im Mittelpunkt.“

Am Abend der Gründung haben alle ihre Unterschrift unter die Gründungspapiere gesetzt, die Angelika Hipp, Geschäftsführerin von Lebenswerk Zukunft der Caritas-Stiftung mitgebracht hatte. Im neuen Jahr kann die Stiftung jetzt richtig durchstarten. car