Main-Tauber

Fachberatungsstelle Nachfrage an Standorten Künzelsau und Bad Mergentheim ist gestiegen

Hilfen für Wohnungslose

Main-Tauber-Kreis.Über die Finanzierung einer weiteren Pflichtaufgabe, nämlich über den Zuschuss für die Fachberatungsstellen für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten in Bad Mergentheim und Künzelsau, hatte der Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Verkehr zu entscheiden. Hinter der umständlichen, aber wohl politisch korrekten Bezeichnung der Klientel verbergen sich schlicht Obdach- oder Wohnungslose. Menschen also, die, aus welchen Gründen und Schicksalsschlägen auch immer, auf der Straße leben.

Träger der Fachberatungsstelle, die zunächst nur in Künzelsau angesiedelt war und seit Ende 2008 ein Büro in Bad Mergentheim hat, ist die Erlacher Höhe. Die Beratung in der Kurstadt wurde für fünf Jahre von der „Aktion Mensch“ finanziert. Weil die Resonanz gut war, wurde das Angebot im Jahr 2012 in die bereits seit 2005 bestehende Kooperationsvereinbarung zwischen den Landkreisen Hohenlohe und Main-Tauber einbezogen. Der Kostenanteil bemisst sich an der Einwohnerzahl. Danach entfallen auf den Main-Tauber-Kreis rund 54 Prozent und auf den Hohenlohekreis 46 Prozent.

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage und höherer Sachkosten beantragte die Erlacher Höhe bereits im vergangenen Jahr eine Erhöhung des Zuschusses. Dieser stimmte der Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Verkehr nun einstimmig zu. Ab dem kommenden Jahr steigt der Anteil des Main-Tauber-Kreises von 63 000 auf 87 000 Euro jährlich. Damit einher geht eine personelle Aufstockung am Standort Bad Mergentheim.

Gernot Seitz (SPD) bezeichnete die Fachberatung als „eine gute Sache“ und eine wohnortnahe Beratung als wichtig. Er stellte aber die Kostenaufteilung nach Einwohnerzahl in Frage. Schließlich würden immer noch mehr Menschen in Künzelsau beraten. Diesem Einwand begegnete Sozialdezernentin Elisabeth Krug mit dem Argument, dass es im Hohenlohekreis ein Aufnahmehaus gebe, das auch von Menschen aus dem Main-Tauber-Kreis genutzt werde.

Hubert Segeritz (Freie Wähler) und Joachim Markert (CDU) sagten für ihre Fraktionen die Zustimmung zu. Dr. Christina Baum (AfD) mahnte, dass der Landkreis mit Blick auf die anstehende Rezession sehr gut überlegen müsse, wofür er das Geld ausgebe. Landrat Frank wies auf die immer weiter auseinendergehende Schere zwischen Arm und Reich hin. Das merke man auch am Anstieg des Sozialhaushalts. hvb