Main-Tauber

Gesundheit 12 797 AOK-Versicherte erlitten 2018 in Baden-Württemberg einen Schlaganfall, im Main-Taube-Kreis waren es 137

Herzerkrankungen verharren auf hohem Niveau

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Mehr als sechs Prozent der Bevölkerung leiden an einer koronaren Herzerkrankung. Im Jahr 2018 wurden in Baden-Württemberg 273 976 AOK-Versicherte deshalb ärztlich behandelt. Im Main-Tauber-Kreis waren es 4251. Im Fünfjahreszeitraum von 2014 bis 2018 ist ein geringfügiger jährlicher Rückgang von 0,4 Prozent festzustellen.

AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Bei einer koronaren Herzerkrankung (KHK) sind die großen Adern verengt, die das Herz mit Sauerstoff versorgen. Dies kann bei körperlicher Anstrengung Kurzatmigkeit und Brustschmerzen auslösen. Wenn sich ein Koronargefäß plötzlich ganz verschließt, kann ein Herzinfarkt die Folge sein.“ Das Robert-Koch-Institut meldet für Deutschland etwa 280 000 Herzinfarkte pro Jahr. Nach Auskunft der Deutschen Herzstiftung sind jährlich rund 65 000 Todesfälle infolge plötzlichen Herzstillstands zu verzeichnen.

Dr. Knapstein: „Bei einem Herzinfarkt wird ein Teil des Herzens plötzlich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, so dass es zu dauerhaften Schäden am Herzmuskelgewebe und -Stillstand kommen kann. Hier zählt jede Minute, um lebensrettende Maßnahmen einleiten zu können und Folgeschäden zu begrenzen. “

Als Ursache entstehe der Herzinfarkt oft aus Ablagerungen in den Blutgefäßen. Als Hauptrisikofaktoren gelten Tabakkonsum, körperliche Inaktivität, Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Dr. Sabine Knapstein: „Anhand von Risikokalkulatoren lässt sich heutzutage das persönliche Zehn-Jahres-Risiko relativ gut abschätzen.“ Für die Vorbeugung und Behandlung sei ein gesunder Lebensstil maßgeblich: Gewichtsreduktion, Beendigung des Rauchens, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung, aktive Stressbewältigung und regelmäßige Bewegung.

„Aktuelle Studien haben belegt, dass Teilnehmer am AOK-Facharztvertrag Kardiologie in Baden-Württemberg deutlich weniger Todesfälle zu verzeichnen haben,“ so Dr. Sabine Knapstein. Die Hochrechnung weist 267 vermiedene Todesfälle bei Patienten mit einem Herzinfarkt und 343 bei KHK-Patienten aus. aok