Main-Tauber

Eichenprozessionsspinner Die Raupen des Schädlings sorgen für einige Gefahr – vor allem bei Spaziergängern

Forstamt: Im Wald gilt es, gut aufzupassen

Archivartikel

Das Forstamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis mahnt Spaziergänger zur Vorsicht. Grund sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners, die erhebliche Gefahren verursachen.

Main-Tauber-Kreis. Die Wärme liebenden Insekten sind in Mitteleuropa beheimatet und leben auf Laubbäumen, meist Eichen. Der Klimawandel begünstigt die Vermehrung, so dass sich der Eichenprozessionsspinner in Deutschland immer weiter ausbreitet. Seit mehreren Jahren vermehrt sich die Population dieses Schmetterlings auch im Main-Tauber-Kreis.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein eher unscheinbarer, graubrauner Nachtfalter, der als Raupe auch für Menschen eine Gefahr darstellen kann. Zwar ist der Schmetterling an sich harmlos, doch seine Larven tragen Brennhaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten der Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können.

Von Beginn an leben die Eichenprozessionsspinner in geselligen Familienverbänden und sammeln sich nestartig an locker zusammengesponnenen Blättern oder Zweigen. Mitte Juni ziehen sich die älteren Raupen tagsüber und zur Häutung in typische, mit Kot und alten Larvenhäuten gefüllte, deutlich erkennbare Gespinstnester am Stamm und in Astgabelungen von Eichen zurück. Die Nester können mehrere Jahre als feste Gebilde aus Spinnfäden, Raupenkot, Häutungsresten und Puppenhülsen erhalten bleiben. Die Gefahr von Allergien beim Menschen bleibt dabei weiter bestehen.

Die Beschwerden reichen von heftig juckenden Hautausschlägen über Reizungen der Augen und Atemwege sowie allergische Schocks bis zu Asthmaanfällen. Ursache ist das Nesselgift Thaumetoporin auf den Härchen der Larven. In jedem Fall sollte bei entsprechenden Symptomen ein Arzt aufgesucht werden. Hunde und Pferde können ebenfalls betroffen sein.

Die giftigen Haare der Eichenprozessionsspinner brechen leicht und können durch Luftströmungen weit getragen werden. An den Larvenhäuten in den Nestern bleiben nach dem Schlüpfen die Brennhaare zurück. Gespinstnester an Bäumen und auf dem Boden bleiben somit eine Gefahrenquelle. „So geht bis in den Winter hinein eine Gefahr von den Häutungsresten und Nestern der Eichenprozessionsspinnerlarven aus“, informiert Karlheinz Mechler, Leiter des Forstamtes im Landratsamt Main-Tauber-Kreis.

Als Vorsichtsmaßnahme sollten befallene Gebiete möglichst gemieden werden. Bei Aufenthalt in einem Gebiet, das von der Eichenprozessionsspinnerraupe befallen ist, sollten alle Körperflächen verhüllt werden. Man sollte weder Raupen noch Nester berühren und jeden Kontakt vermeiden.

Auch in der Nähe der Gespinste sollte man sich nicht auf den Boden setzen, denn unterhalb der befallenen Bäume können am Boden liegende Brennhaare gesundheitliche Probleme auslösen. lra