Main-Tauber

Jugendhilfeausschuss Diskussion über die von Dr. Joachim Fiebig vorgestellten Daten, Zahlen und Interpretationen zum Bestand und zur Struktur der Kindertagesbetreuung

Fachkräftemangel und verhaltensauffällige Kinder waren Thema

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Dass dem Rechtsanspruch auf eine Kinderbetreuung im Main-Tauber-Kreis für über Dreijährige Rechnung getragen werde, bestätigte Jugendamtsleiter Martin Frankenstein auf eine Frage aus dem Gremium Jugendhilfeausschuss nicht. Die Selbstverständlichkeit, dass eine fast 100-prozentige Deckung erreicht ist, müsse jetzt in Frage gestellt werden, meinte er. Dr. Joachim Fiebig bestätigte ihn: „Dieser Rechtsanspruch ist nur schwer und in Teilen gar nicht zu erfüllen.“

Dass Fachpersonal schwer zu bekommen sei, bestätigte Manuela Zahn. In Bad Mergentheim könne eine Gruppe nicht eröffnet werden, weil das Personal fehle. Auf die Frage von Roland Ehrmann, wie man an wie auch immer belastete Kinder herankommen könne, verwies Fiebig auf das wissenschaftliche Modellprojekt, das „Kinder in besonderen Lebenslagen“ in den Blick nehmen soll. Werner Fritz plädierte, das Potenzial der Menschen zu nutzen und sie zu integrieren. Elmar Haas merkte an, dass keinesfalls von einer bestimmten Gruppe gesprochen werden dürfe, vielmehr seien Auffälligkeiten personenabhängig und kämen in allen Schichten vor. „Wenn Angebote gemacht, aber nicht angenommen werden, wird es schwierig“, meinte er.

Matthias Fenger erhofft sich vom Modellprojekt ein verlässliches Instrument zur Erfassung von verhaltensauffälligen Kindern, um auf dieser Grundlage den Bedarf an Hilfen zu ermitteln. Er ist sich sicher: „Wir werden nicht darum herum kommen, Geld für Qualität in die Hand zu nehmen.“ hvb