Main-Tauber

Südlichster „SuedLink“-Abschnitt Es geht um Bereich zwischen Großrinderfeld und Leingarten / Anträge erhalten Vorschlag zum möglichen Leitungsverlauf sowie Alternativen / Eigentümerveranstaltungen

Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens beantragt

Archivartikel

Stuttgart/Main-Tauber-Kreis.Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW hat für den südlichen Abschnitt der Windstromleitung „SuedLink“ zwischen Großrinderfeld und Leingarten (Landkreis Heilbronn) den Antrag auf Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens bei der Bundesnetzagentur eingereicht.

Zuvor hatte die Behörde Ende September den 1000 Meter breiten Korridor für diesen Bereich festgelegt, in dem die „SuedLink“-Trasse zukünftig verlaufen soll. Damit kommt eines der zentralen Projekte für das Gelingen der Energiewende weiter voran.

Verlauf wird festgelegt

„Mit diesem Verfahren wird in den nächsten Monaten der flurstückscharfe Verlauf unserer ,SuedLink’-Erdkabel bestimmt“, erklärte Dr. Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung der TransnetBW. „Unsere Planungen werden wir mit einem transparenten Dialog mit der Öffentlichkeit begleiten. Dazu werden wir in den nächsten Wochen trotz der Herausforderungen der Corona-Krise vor Ort präsent und ansprechbar sein“, so Götz weiter.

Von der bayerisch/baden-württembergischen Landesgrenze bis Bad Friedrichshall beantragt TransnetBW einen möglichen Leitungsverlauf sowie in Frage kommende Alternativen.

Zwischen Bad Friedrichshall/Kochendorf und Leingarten werden die „SuedLink“-Erdkabel im Übrigen unter Tage in den Grubenbauen der Südwestdeutschen Salzwerke verlaufen.

Öffentlichkeit wird beteiligt

Im nächsten Schritt wird die Bundesnetzagentur die formelle Öffentlichkeitsbeteiligung starten und Antragskonferenzen ausrichten, zu denen Träger öffentlicher Belange, Umweltverbände und Landesbehörden aufgerufen werden. An den öffentlichen Antragskonferenzen werden auch interessierte Bürger teilnehmen können.

Vor den Antragskonferenzen wird TransnetBW die Öffentlichkeit in verschiedenen Veranstaltungsformaten einbinden. Dabei gewonnene Hinweise werden durch das „SuedLink“-Projektteam wie in der informellen Öffentlichkeitsbeteiligung der Bundesfachplanung in die Planungen aufgenommen werden.

Dialog geplant

Erste Eigentümerdialoge finden bereits im Oktober an den folgenden Terminen statt: 19. Oktober für Grünsfeld in der Stadthalle Grünsfeld (Hauptstraße 53), 20. Oktober für Großrinderfeld in der Turnhalle Gerchsheim (Würzburger Straße 66), 21. Oktober für Schöntal und Widdern in der Turn- und Sporthalle Oberkessach (Merchinger Straße 7), 26. Oktober für Tauberbischofsheim in der Stadthalle Tauberbischofsheim (Vitryallee 7), 27. Oktober für Lauda-Königshofen in der Stadthalle Lauda (Becksteiner Straße 60), 27. Oktober für Ahorn und Boxberg in der Turn- und Festhalle Eubigheim (Schulstraße 31), 29. Oktober für Ravenstein im Dorfgemeinschaftshaus Oberwittstadt (Uhlandstraße 19).

Da die Veranstaltungen unter strengen Corona-Hygieneschutzbedingungen stattfinden werden, ist eine Teilnahme nur unter vorheriger Anmeldung per E-Mail an suedlink@transnetbw.de möglich. Dabei müssen der Name, die Veranstaltung und die gewünschte Einlasszeit zwischen 14 und 19 Uhr genannt werden.

Zusätzlich werden Eigentümer eine persönliche Einladung per Post erhalten.

Terminübersicht

Weitere Informationen findet man in der Terminübersicht auf der Projektwebseite www.transnetbw.de/de/netzentwicklung/projekte/suedlink/im-dialog-suedlink. Die Antragsunterlagen, Karten und Erläuterungen findet man unter www.transnetbw.de/de/netzentwicklung/projekte/suedlink/planung-und-genehmigung.

„SuedLink“ soll als Gleichstrom-Erdkabelverbindung die windreichen Regionen Norddeutschlands mit Bayern und Baden-Württemberg verbinden.

Zwei Netzbetreiber

Die Verbindung wird von den beiden Übertragungsnetzbetreibern TenneT und TransnetBW realisiert. „SuedLink“ besteht aus zwei Vorhaben und wird in Wilster und Brünsbüttel beginnen; Endpunkte sind die Netzknoten Bergrheinfeld und Großgartach.

Beide Vorhaben werden über weite Bereiche parallel geplant und verlegt werden. „SuedLink“ ist in mehrere Teilabschnitte aufgeteilt, für die jeweils die Planfeststellung beantragt wird.

Nach dem Abschluss der Bundesfachplanung mit der Festlegung eines 1000 Meter breiten Korridors beginnt nun das Planfeststellungsverfahren. Innerhalb des Korridors wird in diesem Verfahren der genaue, flurstückscharfe Verlauf der Erdkabelverbindung festgelegt. Diese Entscheidung wird in mehreren aufeinander folgenden Verfahrensschritten gefällt. Dadurch kann die „SuedLink“-Erdkabeltrasse im Verlauf des Verfahrens immer konkreter und detaillierter geplant werden.

Bürgern sowie Vereinigungen stehen nach Einreichung des Antrags auf Planfeststellungsbeschluss verschiedene Möglichkeiten der formellen Beteiligung zur Verfügung. Sie können sich zunächst im Rahmen der Antragskonferenz zum Antrag äußern. Zu einem späteren Zeitpunkt können sie schriftliche Einwendungen zum Plan für den finalen Trassenverlauf an die Bundesnetzagentur richten.

Erörterungstermin

Diese Einwendungen können sie schließlich bei einem Erörterungstermin darlegen.

Am Ende des Planfeststellungsverfahrens wird mit dem Planfeststellungsbeschluss ein exakter Erdkabel-Verlauf festgelegt. pm