Main-Tauber

Wohnraum Die Mehrzahl der Wohnungen hat mindestens vier, wenn nicht sogar fünf oder mehr Zimmer

Ein- und Zweifamilienhäuser sehr gefragt

Archivartikel

Baufreudiger als in anderen Gebieten Deutschlands sind Bürger aus dem Main-Tauber-Kreis. Die Quote liegt hier über 20 Prozent über dem Landesschnitt.

Main-Tauber-Kreis. Wer es ins eigene Haus geschafft hat, warnt schon mal vor zersiedelter Landschaft. Wer noch draußen vor der Tür steht, träumt aber kaum von „verdichteter Bauweise“ und Grüngürteln für Fuchs und Hase, sondern vom eigenen Haus möglichst mit Garten. In Baden-Württemberg sind zuletzt 40,6 Prozent oder 14 241 gebaute Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern entstanden.

Der Main-Tauber-Kreis liegt da noch besser. Hier kommen die Häuslebauer auf einen Anteil von 63,73 Prozent. Damit ist der Anteil höher als der Landesdurchschnitt. In der Bundesliga der häuslebauerfreundlichen Stadt- und Landkreise reicht der hiesige Anteil zu Platz 148 unter 401 ausgewerteten Gebieten. Würzburg und Frankfurt am Main teilen sich mit jeweils 5,3 Prozent den letzten Platz.

Mehr Mitbürger

Aktuell stehen für eine Betrachtung die Werte vom Jahresanfang 2019 zur Verfügung. Danach gilt für den Main-Tauber-Kreis: Die Bevölkerung wächst. 132 neue Mitbürgerinnen und -mitbürger notierte das Statistische Landesamt zum Jahresbeginn 2019 im Main-Tauber-Kreis. Gleichzeitig wurden im gleichen Zeitraum insgesamt 365 neue Wohnungen im Main-Tauber-Kreis bezugsfertig.

Die Frage, ob der Wohnungsbau ausreichend Schritt hält, lässt sich an diesen Zahlen aber nur teilweise festmachen. Erstens sind 195 dieser Wohnungen in neuen Ein- und Zweifamilienhäusern entstanden, mit denen sich Menschen ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen. Allerdings weiß niemand, ob sie schon da waren oder von außerhalb zugezogen sind. Zweitens wird der eine oder andere Neubürger altershalber auch noch ein Weilchen bei Papa und Mama im Kinderzimmer unterkommen. Immerhin deutet ein Faktor von 0,43 Neubürgern pro neuer Wohnung darauf hin, dass der Wohnungsbau Schritt hält, denn alles unter 2,5 signalisiert, dass der Nachschub schneller als der Bedarf wächst.

Plus im Landkreis

Der Main-Tauber-Kreis gehört dabei zu den Bereichen in Deutschland, die bei neuen Wohnungen im Plus sind: Mit 365 fertiggestellten Wohnungen wurden hier 38 Wohnungen mehr bezugsfertig als ein Jahr zuvor. 2016 registrierte die Baustatistik 458 neue Wohnungen. Zum Vergleich: Im deutschlandweiten Spitzenjahr 1995 lag die Zahl der fertiggestellten Wohnungen im hiesigen Landkreis bei 1096.

Die Frage, wie viele sich bei den aktuellen Bauland- und Baupreisen noch ein Haus leisten können, beantwortet sich nach den vorliegenden Zahlen so: Im Main-Tauber-Kreis erfüllte sich bis Ende 2018 immerhin für 180 Bauherren der Traum vom Ein- oder Zweifamilienhaus. Damit wurden 20 Eigenheime mehr bezugsfertig als in den zwölf Monaten zuvor.

Platz ist vielen wichtig

Betrachtet man die in diesen Häusern enthaltenen 195 Wohnungen und errechnet deren Anteil an den insgesamt 306 fertiggestellten Wohnungen in reinen Wohngebäuden, errechnet sich ein Anteil von 63,73 Prozent.

Was die Wohnungsgröße angeht, notiert die Statistik zusätzliche 63 Ein- oder Zwei-Raum-Wohnungen, 39 Drei-Zimmer- und 72 Vier-Zimmer-Wohnungen plus 191 Wohnungen mit fünf und mehr Räumen. Wird berücksichtigt, dass sich kaum eine Familie ein Haus mit drei Zimmern baut, zeigt sich, welche wichtige Rolle die neugebauten 180 Ein- oder Zweifamilienhäuser spielen. Bleibt die Frage, ob das jetzt „Flächenfraß“ oder „Zersiedlung der Landschaft“ ist oder schlicht ein menschliches Grundbedürfnis. Gerade Corona hat vor Augen geführt, dass die Dreizimmer-Wohnung mit fünf Personen im sechsten Stock zum Alptraum werden kann. teb