Main-Tauber

EU-Wasserrahmenrichtline Positive Entwicklung in der Tauber

Durchgängigkeit fast erreicht

Wittighausen/Main-Tauber-Kreis.Für Gewässerrandstreifen gelten ab dem 1. Januar 2019 neue Bestimmungen. Jens Rögener, Umweltbeauftragter der Stadt Wertheim, erläuterte bei dem Gewässernachbarschaftstag am Donnerstag in Wittighausen wesentliche Veränderungen. So ist die Nutzung von Ackerland in einem Bereich von fünf Metern künftig verboten. Davon ausgenommen seien Anpflanzungen von Gehölzen und der Erhalt von Blühstreifen in Form von mehrjährigen nektar- und pollenspendenden Trachtflächen für Insekten, erläuterte Rögener.

Fehlen von Gewässerrandstreifen

Die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union hat zum Ziel die ökologische Durchgängigkeit für Fische und Kleinlebewesen an Querbauwerken wie zum Beispiel Wehren und Sohlabstürzen zu gewährleisten. Melanie Laug, Hauptansprechpartnerin und Sachbearbeiterin Gewässer-, Grundwasser- und Hochwasserschutz im Umweltschutzamt Main-Tauber-Kreis gab einen Überblick, inwieweit diese Ziele im Landkreis schon umgesetzt sind.

Probleme bei Gewässern in der Region seien unter anderem noch eine ausreichende Mindestwasserabgabe in das ursprüngliche Gewässerbett, die sogenannte „Ausleitungsstrecke“, das Fehlen von Gewässerrandstreifen, naturferne Sohl- und Uferbefestigungen sowie Verdolungen, führte Laug aus.

Überaus positiv zu bewerten sei, dass die Durchgängigkeit flussaufwärts in der Tauber durch die Herstellung von Umgehungsgerinnen fast vollständig erreicht ist . Für flussabwärts wandernde Fischarten würden aktuell viele Wasserkraftanlagenbetreiber Fischabstiegsmöglichkeiten an ihren Anlagen errichten, beispielsweise in Form von Bypass-Lösungen, über welche die Fische unbeschadet an der Turbine vorbei ins Unterwasser gelangen.

Versickerung des Wassers fördern

„Die heutigen wasserwirtschaftlichen Strukturen dienen überwiegend nach wie vor dem alten Ziel, das Wasser schnellstmöglich aus der Landwirtschaft zu transportieren“, monierte Rögener in einem Vortrag zu dezentralem Hochwasserschutz und Retention.

Er plädierte dafür, die Versickerung des Wassers in der Fläche zu begünstigen. Wichtige Zukunftsmaßnahmen seien unter anderem auch die Anlage von Kleinspeichern und Flutmulden und die Förderung der Ausuferung von Gewässern. chk