Main-Tauber

Liga der freien Wohlfahrtspflege Mitglieder des Kreistags kamen zu einem Gedankenaustausch ins Johannes-Sichart-Haus

Die großen Herausforderungen im sozialen Bereich gemeinsam angehen

Tauberbischofsheim.Es war eine Premiere, zu der Wolfgang Pempe, Vorsitzender der Liga der freien Wohlfahrtspflege im Main-Tauber-Kreis, die erschienenen Vertreter des Kreistages im Johannes-Sichart-Haus in Tauberbischofsheim willkommen hieß. Zum ersten Mal hatte die Liga die Mitglieder des neu gewählten Kreistages zu einem Empfang gebeten.

Pempe betonte seinen Respekt vor dem Engagement der überwiegend ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Kreistages, die von ihrem Auftrag her genauso dem Gemeinwohl verpflichtet seien wie die unterschiedlichen Verbände und Einrichtungen der Wohlfahrtspflege. Erfreulicherweise waren nahezu alle Fraktionsvorsitzende*n der Einladung gefolgt.

In Vertretung des Landrats dankte Elisabeth Krug, Sozialdezernentin des Landkreises, für die gute Idee, eine solche Veranstaltung zu initiieren, denn es gäbe schon lange eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wohlfahrtsverbänden sowie dem Kreistag und seinen Ausschüssen. Diese gelte es weiter zu entwickeln.

Nachdem die komplexe Struktur der sozialen Arbeitsbereiche und die darin engagierten Einrichtungen und Verbände der Freien Wohlfahrtspflege für den Main-Tauber-Kreis kurz vorgestellt wurden, hielt Ursel Wolfgramm, Vorsitzende der Liga in Baden-Württemberg, einen Impulsvortrag zum Thema „Die Rolle der freien Wohlfahrtspflege in der Bundesrepublik“. Dabei spannte sie den Bogen von den Anfängen der freien (vom Staat unabhängigen) Wohlfahrtspflege über die Gleichschaltung in der NS-Zeit bis hin zur aktuellen Situation, in der die freie Wohlfahrtspflege im Auftrag und in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen wichtige Aufgaben für das Gemeinwohl übernimmt. Sie wies auf die aktuellen Herausforderungen hin, die durch einen starken demografischen Wandel und eine zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich geprägt sind. Auch wenn Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich noch relativ gut in seiner sozialen Versorgung dastehe, gebe es auch im Main-Tauber-Kreis eine deutliche Zunahme an sozialen Herausforderungen, ergänzte Pempe.

Darüber waren man sich in der anschließenden lebhaften Diskussion weitgehend einig, wobei die Kreisräte naturgemäß die steigenden Kosten mit Sorgen betrachteten. Insgesamt konnte ein überwiegend positives Fazit für die Versorgung im Landkreis, etwa im Bereich der Schulsozialarbeit, gezogen werden. Konsens war ebenso, dass es zunehmend große Herausforderungen für den sozialen Frieden gibt, für die auch die Beteiligten nicht sofort eine Lösung anbieten können.

Der spürbare Wille, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wurde auch in den langanhaltenden Gesprächen nach der Veranstaltung, die von Heike Kuhn, Leiterin der Evangelischen Erwachsenenbildung, moderiert wurde, deutlich.