Main-Tauber

Verkehrswacht Aufmerksamkeit der Kinder wurde geschult

Die Gefahren des „Toten Winkels“

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Das Miteinander von Lkw, Bus, Radfahrer und Fußgänger im Bereich von Kreuzungen gehört zu den gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr. Immer wieder kommt es zu schweren, mitunter tödlichen Verkehrsunfällen, weil Bus- oder Lkw-Fahrer beim Abbiegen einen Fußgänger oder Radfahrer übersehen, der sich im „Toten Winkel“ befindet. Besonders häufig betroffen sind Schulkinder, die aufgrund ihrer geringen Körpergröße und ihres noch nicht voll entwickelten Gefahrenbewusstseins eine besonders gefährdete Gruppe der Verkehrsteilnehmer bilden.

Dies nahmen Mitglieder der Verkehrswacht Main-Tauber-Kreis zum Anlass, um rund zehn Schülern und Schülerinnen und deren Eltern in Wertheim das Problem des „Toten Winkels“ und die Möglichkeiten eines Abbiegeassistenten in einer rund einstündigen Information aufzuzeigen. Die Kinder nahmen vorher an einer freiwilligen Radfahrausbildung teil, die als außerschulisches Kompensationsangebot unter Federführung der Verkehrswacht Main-Tauber-Kreis durchgeführt wurde, so dass sie für diese Thematik sicherlich sensibilisiert waren.

Die Firma Klaus Höfert, Transportunternehmen aus Külsheim, stellte dazu einen mit dem Abbiegeassistenten sowie weiterer Sicherheitstechnik ausgestatteten Lkw zur Verfügung.

Helmut Gundacker und Wolfgang Hart von der Verkehrswacht brachten gemeinsam mit Geschäftsführer Peter Bernhardt den Kindern und den Erwachsenen dabei diese spezielle Situation im Straßenverkehr und die Möglichkeiten diese zu entschärfen, eindringlich näher. Kraftfahrer können nicht alles gleichzeitig erfassen, was sich um sie herum im Straßenverkehr abspielt. Sichthindernisse entstehen für Pkw-Fahrer durch die A-, B- und C-Säule, die Kopfstützen und den Beifahrer. Noch schwieriger ist es für einen Lkw- oder Busfahrer, der durch die Seitenscheibe beim Abbiegen nach rechts nur einen kleinen Bereich direkt neben dem Führerhaus einsehen kann.

Mit Hilfe des rechten Außenspiegels kann er außerdem den Bereich, der sich direkt neben dem Fahrzeug nach hinten erstreckt, überblicken. Was sich zwischen diesen beiden Bereichen befindet, ist für den Fahrer nicht oder nur eingeschränkt sichtbar – es handelt sich um den Toten Winkel.

Besonders aufmerksam müssen Radfahrer bei langen Fahrzeugen sein. Beim Abbiegen nehmen die Hinterräder eine andere Spur als die Vorderräder, da sie einen kürzeren Weg zurücklegen. Dadurch kann der hintere Teil eines Lkw oder Busses einen stehenden Radler erfassen.

Die Verkehrswacht empfiehlt deshalb, besonders aufmerksam an Kreuzungen und Einmündungen zu sein, wenn ein Fahrzeug rechts abbiegen möchte, das sich auf gleicher Höhe befindet. Folgende Tipps gaben die Mitglieder der Verkehrswacht den Kindern mit auf den Weg: Sich an Kreuzungen möglichst weit vor einem Fahrzeug in den Sichtbereich des Fahrers stellen oder Sie mit Abstand hinter dem Fahrzeug bleiben und warten, bis es abgebogen ist. Wenn man im Spiegel den Fahrzeugführer nicht sehen kann, kann dieser einen auch nicht sehen. Bei einem Lkw befinden sich die Blinker vorne und hinten. Deswegen ist es nicht ratsam, sich neben das Fahrzeug zu stellen, da man dort nicht erkennen kann, ob er abbiegen möchte. Im Zweifel: Auf die Vorfahrt verzichten und bremsbereit bleiben.

Klaus Höfert und sein Mitarbeiter Frank Nichelmann informierten eindringlich auch über die Probleme aus Sicht der Kraftfahrer und gaben hierbei Tipps und Anregungen. Zusatzspiegel und Kameras erleichtern gerade Lkw-Fahrern den Überblick an Kreuzungen und Einmündungen. An Lkw über 3,5 Tonnen sind zudem ein zweiter, weitwinkliger Rückspiegel und seitliche Schutzvorrichtungen vorgeschrieben. Beste Unterstützung bieten Kamera-Monitor-Systeme, die das Verkehrsgeschehen rund um das Fahrzeug erfassen. Auch Verkehrsspiegel oder Ampelspiegel an Kreuzungen verbessern die Sicht des Fahrers.

Fazit dieser Informationsstunde war , dass bei aller mittlerweile vorhandenen Technik es immer Menschen sind, die Fehler machen können. „Es gilt deshalb Rücksicht zu üben, nicht auf ein Vorfahrtsrecht zu bestehen und immer auf sich und andere aufzupassen, damit Unfälle vermieden werden“, so Peter Bernhardt von der Verkehrswacht. pit