Main-Tauber

Welt-Asthma-Tag 2018 waren im Main-Tauber-Kreis 5391 Menschen wegen chronisch entzündlicher Erkrankungen der Atemwege in Behandlung

Deutlich mehr Asthmatiker im Kreis

Archivartikel

Ist es Corona? Das ist eine Frage, die sich schon bei einer Erkältung stellt. Atemnot, Husten, Engegefühl: Auch Asthmatiker haben mit coronaähnlichen Symptomen zu kämpfen. Heute ist der Welttag der Krankheit.

Main-Tauber-Kreis. Atemnot, Husten und ein Engegefühl in der Brust. Was viele Menschen in diesen Tagen automatisch als Covid-19-Symptome abgespeichert haben, können auch typische Anzeichen von Asthma (Asthma bronchiale; altgriechisch: Atemnot; schweres, kurzes Atemholen, Beklemmung) sein: eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege.

Es ist eine Volkskrankheit

2018 waren in Baden-Württemberg 232 626 AOK-Versicherte wegen Asthma in ärztlicher Behandlung, teilt die Versicherung mit, davon 5391 im Main-Tauber-Kreis. Die Anzahl der Erkrankten nahm von Jahr zu Jahr leicht zu: 2014 waren es 4966, ein Jahr später 5010, 2016 dann 5256 und 5348 im Jahr 2017. An der Volkskrankheit Asthma leiden im Landesschnitt 5,2 Prozent aller AOK-Versicherten.

Anteil bei 9,3 Prozent

Im Main-Tauber-Kreis liegt deren Anteil allerdings bei 9,3 Prozent und damit deutlich über dem Schnitt. Die Zahl ist landesweit in den Jahren 2014 bis 2018 um durchschnittlich 0,4 Prozent pro Jahr gestiegen, sank jedoch entgegen dem Landestrend im Main-Tauber-Kreis um 2,7 Prozent in diesem Zeitraum.

Zahlen repräsentativ

Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit einem Marktanteil von über 45 Prozent in Baden-Württemberg die meisten Menschen versichert.

„Asthma-Anfälle können unter anderem durch Allergien ausgelöst werden, beispielsweise gegen Pollen, Hausstaubmilben oder andere allergene Stoffe in der Umwelt. Weitere mögliche Auslöser sind Infekte, Arzneimittel wie zum Beispiel Schmerzmittel oder Betablocker, körperliche Anstrengung oder Kälte. Rauchen und Asthma vertragen sich nicht. Betroffene sollten daher Umgebungen meiden, in denen geraucht wird.“, führt AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein aus.

Die Vorbeugung gegen das Leiden beginnt schon in den ersten Lebensmonaten. Studien zufolge sind etwa die Hälfte aller kindlicher Asthmaerkrankungen vermeidbar.

Das Risiko sinkt deutlich durch längeres Stillen von Babys sowie durch das Achten auf eine rauchfreie Umgebung. Wer vermutet, dass er eine Asthmaerkrankung hat, sollte sich zunächst telefonisch an seinen Arzt wenden. Dieser wird entscheiden, welche Untersuchungen notwendig sind und ob, wenn beispielsweise zusätzlich Fieber auftritt, ein Covid-19-Test sinnvoll ist.

Ein weiterer Hinweis der AOK-Medizinerin: Bewegung und Sport sind auch für Asthma-Patienten wesentlich.

„Wichtig ist, die Intensität der Bewegung an die eigene Fitness anzupassen und die Belastung langsam zu steigern.“

Sport und Bewegung

„Bei Anzeichen von Atembeschwerden soll man eine Pause machen. Studien weisen darauf hin, dass Sport und Bewegung Asthmabeschwerden auf Dauer sogar verringern können“, erklärt die Ärztin. Für Menschen mit Asthma bronchiale bietet die AOK Baden-Württemberg ein spezielles, strukturiertes Behandlungsprogramm: AOK-Curaplan Asthma. Dieses gewährleistet eine optimale Behandlung durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine Asthma-Therapie, die sich an den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert sowie Patientenschulungen, die die Betroffenen zur aktiven Mitarbeit befähigen. aok