Main-Tauber

„Zukunft Karriere Digital“ Die Fränkischen Nachrichten veranstalten am 6. November die erste virtuelle Ausbildungsmesse in der Region

Dating-Seite für Azubis und Unternehmen

Lehrstellenbörsen sind abgesagt, Firmen kämpfen mit Nachwuchssorgen und junge Menschen blicken in eine ungewisse berufliche Zukunft – die FN haben die Lösung: „Zukunft Karriere Digital“.

Odenwald-Tauber.Die Bildungsmesse Lauda-Königshofen, der Berufsinformationstag in Wertheim und die Ausbildungsmesse Oberes Taubertal: Sie alle wurden wegen der Pandemie abgesagt. Firmen stehen vor der Frage, wie sie an Nachwuchs kommen sollen. Junge Menschen in der Region sorgen sich um ihre berufliche Zukunft. Die Fränkischen Nachrichten – selbst als Ausbilder betroffen – haben sich des Problems angenommen und gehen in Sachen Lehrstellenbörse neue Wege.

Wenn Schüler Monate lang Online-Unterricht erhalten und Firmen krisenbedingt digitale Kommunikationswege für sich entdecken – warum nicht auch eine Ausbildungsmesse im virtuellen Raum veranstalten? Die siebte Auflage von „Zukunft Karriere“ findet daher am 6. November in digitaler Form statt.

Interaktion im Mittelpunkt

„Gerade in einer solch herausfordernden Zeit möchten wir diese Alternative bieten“, erklärt FN-Geschäftsführer Jochen Eichelmann. „Wenn junge Menschen ihren Weg ins Berufsleben finden, und es den Unternehmen gut geht, dann stärkt das unsere Region.“

Auf der Suche nach einer Lösung analysierten Peter Hellerbrand, Leiter Mediavermarktung, und sein Team verschiedene Ansätze für digitale Ausbildungsmessen. Das Ergebnis: Viele der Initiativen waren kaum mehr als eine Internetseite, auf der sich die Betriebe vorstellten. „Wir wollten aber nicht einfach nur bunte Bilder auf einer Webseite, wir wollten die Möglichkeit der Interaktion schaffen“, betont Hellerbrand.

Über Uwe Deubel, der bei der IHK Heilbronn-Franken für die Koordination von Bildungsprojekten zuständig ist, stießen die FN schließlich auf „Talentefinder“. Das Start-up-Unternehmen aus Berlin ist auf digitale Karriere-Events spezialisiert. In Gera, im Osten Thüringens, habe bereits eine Ausbildungsmesse mit Unterstützung von „Talentefinder“ stattgefunden, berichtet Peter Hellerbrand. Damals als eine Art Hybrid, bei der sich die zukünftigen Azubis im Vorfeld online informierten und Kontakte knüpften, bevor sie bei der Messe vor Ort persönlich mit den Unternehmen ins Gespräch kamen. „Wir können die Plattform aber auch für eine rein digitale Begegnung einsetzen“, erklärt er.

Funktioniert wie Dating-App

„Talentefinder“ funktioniert ähnlich wie eine Dating-App, nur dass sich in diesem Fall keine Singles, sondern Azubis und Ausbildungsbetriebe gegenseitig suchen und finden. Die teilnehmenden Unternehmen erstellen ein Profil, in dem sie sich vorstellen. Am 24. Oktober wird dieser digitale Ausbildungskatalog freigeschaltet, zusammen mit einem Print-Pendant, das die FN am gleichen Tag veröffentlichen. „Mit dieser Kombination schaffen wir einen echten Mehrwert für Schüler und Unternehmen“, betont Peter Hellerbrand. Während der 16-jährige Jugendliche online auf Zukunft Karriere stößt, schlägt seine Mutter womöglich den Ausbilderkatalog auf und macht ihn auf das Event aufmerksam: „Wir holen sämtliche Zielgruppen dort ab, wo sie unterwegs sind“, stellt Hellerbrand fest.

Ab dem 24. Oktober legen dann die Ausbildungssuchenden ihre Profile an, „eine Sache von zehn Minuten“, wie Hellerbrand versichert. „Talentefinder“ ist eine Browser-basierte Anwendung, das heißt, sie muss nicht heruntergeladen werden. Stößt ein Jugendlicher auf einen Ausbildungsbetrieb, der ihm zusagt, setzt er einen Like. Genauso können Unternehmen junge Leute markieren, die in ihr Profil passen. Ergibt sich ein Match, also beruht das Interesse auf Gegenseitigkeit, treten Unternehmen und Jugendliche in Kontakt, chatten miteinander und verabreden sich für ein virtuelles Gespräch am Event-Tag.

Karriere-Event und Info-Tag

„Zukunft Karriere Digital“ findet am 6. November statt, als eine Mischung aus Karriere-Event und Info-Tag. Während Unternehmen aus der gesamten Region mit möglichen zukünftigen Auszubildenden virtuell in Kontakt treten, schalten die FN online eine ganze Bandbreite an Informationen frei.

Um möglichst viele junge Menschen zur Teilnahme zu bewegen, stehen die FN im engen Austausch mit den Schulen der Region. „Die Schulen sind ein wichtiges Bindeglied auf dem Weg in den Beruf, dabei wollen wir sie unterstützen“, sagt FN-Geschäftsführer Jochen Eichelmann. Zukunft Karriere sei genau auf das Medienverhalten junger Menschen zugeschnitten.

Peter Hellerbrand ergänzt, dass die digitale Ausbildungsbörse auch finanzielle Vorteile für Betriebe biete. Sie sparten sich die Hallenmiete ebenso wie Kosten für den Messe-Stand. Etliche Firmen hätten sich bereits angemeldet: „Wir haben eine tolle Bandbreite.“

Namhafte Unterstützer mit im Boot

Landrat Reinhard Frank hat die Schirmherrschaft für „Zukunft Karriere Digital“ übernommen: „Ich richte meinen Appell an alle Firmen, Schulen und zukünftige Schulabgänger, diese neue, digitale Chance zu nutzen“, so der Landrat. Als Partner mit im Boot ist wie schon in den vergangenen Jahren die Sparkasse Tauberfranken, unterstützt wird die Initiative von der IHK Heilbronn-Franken und der Agentur für Arbeit Schwäbisch-Hall-Tauberbischofsheim. „Als heimatverbundenes Unternehmen haben sich die Fränkischen Nachrichten die Zukunftsfähigkeit unserer Region zum Ziel gesetzt“, betont Jochen Eichelmann.

Weitere Informationen zur digitalen Ausbildungsmesse „Zukunft Karriere“ gibt es unter  ww.fnweb.de/zukunft-karriere online. Dort können Unternehmen auch direkt ihr Ausstellerpaket  buchen. Weitere Ausbildungsangebote finden Sie unter jobmorgen.de.