Main-Tauber

Angebot und Qualität verbessert Jahresgespräch mit den Bus- und Ruftaxiunternehmen in der Region

Corona-Herausforderungen bislang gut gemeistert

Archivartikel

Lob für die gemeisterte Herausforderung wegen Corona gab es beim Jahresgespräch zwischen der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber (VGMT) sowie den Bus- und Ruftaxiunternehmen.

Main-Tauber-Kreis. Zudem wurde über Weiterentwicklungen und Qualitätsverbesserungen informiert. Der Main-Tauber-Kreis ist Aufgabenträger für den öffentlichen Bus- und Ruftaxiverkehr, die VGMT das Bindeglied zwischen Aufgabenträger und Unternehmen. Tagtäglich ist die blaue Busflotte des Öffentlichen Personennahverkehrs unterwegs, ergänzt durch Kleinbusse für die Aufgaben des Ruftaxis.

Geschäftsführer Jochen Müssig dankte den Unternehmern für ihr Engagement zur Bewältigung der Pandemie. Alle Vorgaben wurden erfüllt und beispielsweise die Trennscheiben zum Schutz der Buslenker in die Fahrzeuge eingebaut. Müssig lobte auch die Flexibilität, als kurz vor den Sommerferien ein verstärktes Busangebot nach der vierten Schulstunde einzurichten war und dies gelungen ist. Inzwischen läuft wieder der übliche Busfahrplan. Bisher werden die Vorgaben weitestgehend eingehalten, eine Mund-Nasen-Bedeckung an der Haltestelle und im Bus zu tragen. Geschäftsführer Thorsten Haas appellierte an die Unternehmen, Fahrgäste nicht zu befördern, die sich den Corona-Vorgaben widersetzen.

Tarife bereinigen

Christian Wühl vom Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) ging auf die aktuellen Erörterungen zur Tarifreform für den Gelegenheitsverkehr ein. 2021 soll die bisherige Vielfalt der Tarife bereinigt werden. „Wir begrüßen mehr Transparenz in den Tarifen“, sagte VGMT-Geschäftsführer Müssig.

Die Ruftaxiverkehre sind seit der Einführung im Kreis 2018 ein Erfolg. 2018 und 2019 stiegen die Fahrgastzahlen stets. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März wurde die Aufwärtsentwicklung unterbrochen. Im April und Mai gingen die Fahrgastzahlen im Ruftaxiverkehr dramatisch zurück. Inzwischen steigt der Zuspruch wieder. Die Unternehmen und die Vertreter der VGMT zeigten sich optimistisch, dass der Aufwärtstrend in den kommenden Monaten weiter fortgesetzt werden kann. Im kommenden Kreistagsausschuss soll eine Erweiterung des Angebots diskutiert werden. Die Unternehmen zeigten sich von den Überlegungen angetan.

Erörtert wurde auch der zum 13. Dezember bevorstehende Fahrplanwechsel, der wiederum Verbesserungen in einigen Bereichen bringen wird. So sollen bestehende Lücken im ÖPNV-Angebot geschlossen und damit der Fahrgast-Service insgesamt verbessert werden.

Die Unternehmen wurden aufgefordert, auf die Qualität der eingesetzten Busse und der Haltestellen zu achten. Hierbei wurde bemängelt, dass die Haltestellenschilder zu rasch ausblassen. Die VGMT wird mit dem Produzenten Kontakt aufnehmen und Nachbesserungen fordern. Um Überprüfungen regelmäßig durchzuführen, werden im Raum Ahorn und Boxberg sowie für die Verkehre zwischen Osterburken und Lauda händeringend Kontrolleure auf 450-Euro-Basis gesucht. „Die Busse und Haltestellen müssen top sein, damit wir eine nahtlose Kette vom Bus zum Regionalbahntakt auf der Frankenbahn erreichen“, sagte Geschäftsführer Müssig, der zugleich ÖPNV-Dezernent im Landratsamt ist. Nur durch Qualität seien zusätzliche Fahrgäste, die für die Regionalbahnen dringend benötigt werden, zu begeistern.

Müssig erklärte weiter, dass die E-Mobilität und andere klimaneutrale Antriebsformen auch im ÖPNV kommen. Dies bedeute, dass die Unternehmen ihre Flotten schrittweise umstellen müssen. Die gesetzlichen Regelungen sehen die Umstellung bei einer Neuvergabe von Linien bereits ab 2025 vor. Im Main-Tauber-Kreis sind die Vergaben bis 2027 erfolgt. Damit bleiben zwei Jahre mehr Zeit, um den gesetzlichen Erfordernissen nachzukommen. „Dennoch ist es wichtig, dass wir jetzt die Linienbündel untersuchen, um die Geeignetheit für E-Mobilität zu ermitteln“, sagte Müssig. Geschäftsführer Haas wird sich mit entsprechenden Anbietern in Verbindung setzen und Angebote für die Untersuchung der Linienbündel einholen. Dabei wird geprüft, ob Elektrobusse die einzelnen Strecken mit einer Batterieladung leisten können oder ob unterwegs Ladestationen notwendig sind.

Bessere Versorgung

Geschäftsführer Ehrlich vom gleichnamigen Unternehmen aus Miltenberg wies darauf hin, dass auch die Betriebshöfe der Busunternehmen mit einer leistungsstärkeren Elektrizitätsversorgung ausgestattet werden müssen. Zudem wird es weitere Anforderungen im Brandschutz und nach Ehrlichs Einschätzung deutlich mehr Busse geben. Die E-Busse können bisher noch nicht die Leistungen eines Dieselfahrzeugs erbringen, so dass für die Fahrplanumläufe zusätzliche Busse benötigt werden. Die Gesprächsrunde einigte sich deshalb darauf, eine lange Vorlaufzeit für die Ausschreibung einzuplanen. Die Ausschreibung für die Umstellung der Busse auf rund 50 Prozent E-Mobilität wird somit 2025 erfolgen.

Die aktuell für den Schülerverkehr eingesetzten Verstärkerbusse sind gemäß den Vorgaben des Landes ausreichend sind. Laut Land können die Sitzplätze zu 100 Prozent, die Stehplätze zu 40 Prozent genutzt werden. Wegen der Corona-Pandemie bleibt der Night Life Shuttle weiterhin ausgesetzt.

Die Unternehmen baten darum, die gegenseitige Anerkennung des Bayern- und Baden-Württemberg-Tickets auch auf Busse auszuweiten. Ebenso war es Wunsch, den Tarif des Verkehrsunternehmens-Verbunds Mainfranken von Würzburg bis Wüstenzell in den Bussen des VRN-Verbundgebietes anzuerkennen. Es sollte dann möglich sein, ab Wüstenzell bis nach Wertheim ein VRN-Anschlussticket zu lösen. Die VGMT wird diesen Hinweisen nachgehen. Ebenso wird der Vorschlag aufgegriffen, die bisher werktags um 20.30 Uhr in Wertheim endende Buslinie bis nach Miltenberg zu verlängern. Derzeit fährt der Bus von Wertheim nach Miltenberg als Leerfahrt.

Im Gespräch zeigte sich einmal mehr, dass die für den Kreis geschaffenen Strukturen, beispielsweise Linienbündel, das Miteinander von Bus und Bahn, die Verkehrsgesellschaft Main-Tauber als Bindeglied, der Partner Verkehrsverbund Rhein-Neckar sowie der Main-Tauber-Kreis als Aufgabenträger gut harmonieren. In diesem Zusammenhang wurde dem Land Baden-Württemberg für den aufgespannten Corona-Rettungsschirm gedankt.