Main-Tauber

Digitalisierung Landkreis wartet auf Förderbescheid des Bundes, um den Startschuss zur Erschließung von Gewerbegebieten und restlichen „weißen Flecken“ zu geben

Breitbandausbau schreitet weiter voran

Die Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis ist gut vorangeschritten. Bereits im Mai wurde die Umsetzung des Basiskonzeptes bis auf wenige Einzelanschlüsse fertiggestellt.

Main-Tauber-Kreis. Landrat Reinhard Frank freut sich, dass nun auch in den Dörfern und kleineren Gemeinden annähernd überall eine moderne Breitbandverbindung genutzt werden kann. „Damit ist der Main-Tauber-Kreis als ländlicher Raum an die großen nationalen und internationalen Märkte angeschlossen“, so der Landrat.

Im Rahmen des Basiskonzepts wurden mehr als 99 Prozent aller Anschlüsse im geförderten Projektgebiet des Main-Tauber-Kreises mit einer Bandbreite von mindestens 50 Megabit pro Sekunde versorgt. Außerhalb dieses Gebiets baut die Deutsche Telekom, wie auch andere Anbieter, ihr Breitbandnetz auf eigene Rechnung und ohne öffentliche Förderung weiter aus.

Der Wert von mindestens 50 Megabait pro Sekunde erhöht sich durch die Vectoringtechnik, welche die Telekom Schritt für Schritt einrichtet und einschaltet. Durch Vectoring und Supervectoring erhöhen sich die Werte auf bis zu 250 Megabit pro Sekunde im Download. Im Basiskonzept ist eine Glasfaserversorgung bis zu den Verteilerkästen vorgesehen. Für die letzten Meter vom Verteilerkasten zum einzelnen Haus werden die bestehenden Kupferkabel genutzt.

„Bei der Entscheidung für diese Variante war es dem Kreistag wichtig, dass wir die Breitbandtechnologie schnell und zügig von Creglingen bis Freudenberg am Main verwirklichen“, erklärt Dezernent Jochen Müssig. Weitere Ausbauschritte könnten sich anschließen. Dieser Weg gelte heute als überaus vorteilhaft. Die jüngste Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung belege, dass der Main-Tauber-Kreis zu den erfolgreichen ländlichen Räumen in Deutschland zählt. „Der Ausbau der Breitbandtechnologie leistet hierzu einen ganz entscheidenden Beitrag“, erklärt Müssig.

Die Wirtschaftsförderung des Main-Tauber-Kreises hat inzwischen die nächsten Schritte zur weiteren Verbesserung des Breitbandangebots eingeleitet. Gegenwärtig läuft die Erschließung aller Schulen und Bildungseinrichtungen im Landkreis. Fast alle werden bis Ende des Jahres 2019 mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet sein. „Dort kann dann die Gigabyte-Technologie Einzug halten und die Digitalisierung der Schulen weiter vorangehen“, erläutert Jochen Müssig. Dies sei wichtig, damit junge, in wenigen Jahren auf den Arbeitsmarkt strebende Nachwuchskräfte das entsprechende Rüstzeug für die Digitalisierung mitbringen.

Zudem hat die Landkreisverwaltung Anträge zur Erschließung der Gewerbegebiete und der restlichen „weißen Flecken“ in Berlin eingereicht. In den Gewerbegebieten besteht schon eine Breitbandversorgung. Die Bandbreiten sollen aber durch die unmittelbare Heranführung der Glasfaser an die Gebäude weiter erhöht werden. Gleiches ist auch für die verbliebenen restlichen weißen Flecken vorgesehen. Diese Hausanschlüsse konnten im Basiskonzept wegen der damaligen Vorgabe der Bundesregierung, das Projekt bis Ende 2018 abzuschließen, nicht aufgenommen werden. Konkret geht es um Anschlüsse in den Außenbereichen und an den Ortsrändern.

Für diese beiden Schritte wurde ein Förderantrag bei der Gesellschaft atene KOM in Berlin eingereicht. Diese Gesellschaft ist vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur beauftragt, die Fördergelder des Bundes für die Breitbanderschließung zu bewilligen und den jeweiligen Erschließungsgebieten tatkräftig unter die Arme zu greifen.

Hoffen auf positiven Becheid

„Diese Unterstützung ist auch notwendig, denn ohne die Hilfe vom Bund und auch vom Land Baden-Württemberg könnte die Breitbanderschließung durch den Landkreis und seine Städte und Gemeinden nicht so rasch umgesetzt werden“, sagt Landrat Frank. Er bestätigt auch das gute interkommunale Miteinander. Bei der Breitbanderschließung hat die kommunale Familie, bestehend aus Städten, Gemeinden und Landkreis, bewiesen, dass im Schulterschluss auch große Projekte gestemmt werden können.

Die Wirtschaftsförderung hofft nun, dass der Bewilligungsbescheid aus Berlin in den nächsten Wochen eingeht. Es schließt sich dann das Ausschreibungsverfahren für die Gewerbegebiete und die weißen Flecken an. Erschließungsbündel sind planerisch gebildet.

Die Abstimmung mit den Städten und Gemeinden hierzu wird begonnen. „Sobald der Förderbescheid des Bundes vorliegt, wird der Startschuss für die nächsten beiden Schritte der Breitbanderschließung gegeben“, erklären Dezernent Jochen Müssig und Amtsleiter Rico Neubert.

Informationen zur Breitbanderschließung gibt es beim Landratsamt, Wirtschaftsförderung, Rico Neubert, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5809, Fax: 09341/828-5809, E-Mail wirtschaftsfoerderung@main-tauber-kreis.de, Internet www.main-tauber-kreis.de/wirtschaft. lra