Main-Tauber

Inobhutnahmen

Bislang keine erhöhten Fallzahlen

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Beim Thema Kinderschutz in Corona-Zeiten habe es von vielen Stellen die große Befürchtung gegeben, dass Kinder in ihren Familien in Gefahr geraten. „An den nüchternen Zahlen hat sich das nicht bestätigt“, so Jugendamtsleiter Martin Frankenstein. Er gestand allerdings ein, dass beim Jugendamt eine große Unsicherheit herrsche, da Kindergärten und Schulen, die bei einem Verdacht auf das Jugendamt zukommen, geschlossen waren.

Der Allgemeine Soziale Dienst habe den Kontakt zu den Familien gehalten und Hilfen in abgespeckter Form angeboten. Teilweise habe man ein erstaunliches Zusammenrücken beobachtet. Sitzungsleiter Wolfgang Pempe von der Diakonie mutmaßte, dass viele Dinge in den kommenden Wochen zum Vorschein kommen, während Werner Fritz bei der Jugendhilfe Creglingen bislang keine erhöhte Fallzahl bei Inobhutnahmen konstatierte.

Gudrun Weiske (Grüne) wollte wissen, ob das Jugendamt mit der Familientragödie in Tauberbischofsheim befasst gewesen sei, bei der ein neunjähriges Mädchen von seiner Mutter getötet wurde, die sich dann selbst das Leben nahm. Martin Frankenstein bejahte, dass das Jugendamt die Familie kannte. Es sei um die Unterbringung des Kindes gegangen. Mehr könne er dazu aber nicht sagen, da es sich um ein laufendes Verfahren handele. hvb