Main-Tauber

Delegiertenversammlung IG Metall wählte Mandatsträger für den Gewerkschaftstag / Transformation der Arbeitswelt als wichtige Aufgabenstellung

Beschäftigte beim Wandel mitnehmen

Das Thema Transformation sowie die Wahlen der Delegierten zum Gewerkschaftstag standen im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung der IG Metall in Tauberbischofsheim.

Odenwald-Tauber. Wirtschaft und Gesellschaft stehen vor einem tiefgreifenden Wandel, der von der IG Metall mit dem Überbegriff Transformation bezeichnet wird. Wesentliche Treiber dieses Wandels sind die Digitalisierung, Globalisierung, Elektromobilität und der Energiewandel. Alle Branchen sind von diesem Umbruch betroffen. Es ist längst klar, dass Industrie 4.0 und künstliche Intelligenz auch Auswirkungen auf Beschäftigung haben.

Die Zukunft mitgestalten

Arbeit, Tätigkeitsanforderungen und betriebliche Strukturen verändern sich – und das in Zukunft noch schneller und tiefgreifender als die letzten Jahrzehnte. Um die Beschäftigten und die Politik verstärkt auf dieses Thema aufmerksam zu machen, startete die IG Metall bundesweit nun ihre Transformationskampagne.

Nach Umfragen in den regionalen Betrieben, soll mobil gemacht werden. Denn die Kampagne findet ihren Höhepunkt auf einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin. Dort werden am 29. Juni Tausende Vertreter aus den einzelnen Bezirken aus ganz Deutschland unter dem Motto „Die Uhr tickt – #FairWandel – sozial, ökologisch, demokratisch – nur mit uns“ demonstrieren.

Die Fragen nach Chancen, Herausforderungen und Risiken der Transformation auf die Arbeitswelt stellten auch den Mittelpunkt der aktuellen Delegiertenversammlung in Tauberbischofsheim dar. Gerd Koch stellte als erster Bevollmächtigter den Transformationsatlas vor. Anhand einer Befragung und der darauffolgenden Auswertung können die Betriebsräte in ihren Unternehmen schauen, wie ihr Arbeitgeber auf die kommende Situation vorbereitet ist und welche Auswirkungen der Wandel auf die Arbeitsplätze haben könnte. Darüber hinaus soll festgestellt werden, wie sich die Arbeit im Betriebsrat durch Themen wie Digitalisierung verändert und welche Kompetenzen und Ressourcen womöglich gebraucht werden.

Anhand von zwei Filmvorstellungen konnten sich die Delegierten anschaulich über den Transformationsatlas informieren. In einem der Filme wurden verschiedene Szenarien durchgespielt, wie sich die Politik, die Arbeit der Gewerkschaft, die Bildung und die Situation der Arbeitnehmer bis 2030 entwickeln könnten.

Einige Betriebsräte aus der Geschäftsstelle haben sich bereits mit dem Atlas befasst. Sie gaben den anderen Gremien Tipps, wie die Umfrage über die Transformation am besten durchgeführt werden kann. Anhand von Fragebogen, unterstützendem Material und in Workshops kann die Arbeitsgruppe den Transformationsatlas verwenden. Die Antworten werden dann vom Betriebsbetreuer ausgewertet und damit Handlungsbedarfe festgestellt. Die IG Metall verspricht sich dadurch eine proaktive Gestaltung der Arbeitswelt und eine Sensibilisierung der Gesellschaft auf die Chancen und Risiken der Transformation.

Martin Sambeth aus der Bezirksleitung erläuterte anhand praktischer Beispiele in seinem Vortrag den zukünftigen Wandel der Arbeitswelt. Er rief aufgrund der Wichtigkeit und der bereits durchgeführten, tiefgreifenden Veränderungen in Unternehmen die Delegierten dazu auf, mit nach Berlin zur Demonstration zu fahren.

Die Politik solle den Wandel nicht verschlafen und solle jetzt handeln, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Neben dem Kassenbericht von Harald Gans und der Revision und Entlastung der Bevollmächtigten sowie des Ortsvorstands, gab es weitere Schwerpunkte in der Versammlung. Der Ortvorstand führte eine Abfrage zur Gestaltung der vierteljährlichen Tagungen unter den Delegierten durch. Damit solle die Attraktivität und die Beteiligung in den Treffen erhöht werden.

Wahlen

Die Wahlen führte als ausgesuchte Kommissionsvorsitzende Marion Wacker mit Kollegen durch. Zwei Mandate inklusive Stellvertreter waren für den Gewerkschaftstag zu vergeben. Dieser findet alle vier Jahre statt und wird 2019 vom 6. bis 12. Oktober in Nürnberg abgehalten. Zur Wahl stellten sich als Mandatsträger Klaus Ditter (Firma Weinig) und Rainer Seifert (Firma Bartec) sowie als deren direkte Stellvertreter Klaus Burkardt (Firma Grammer) und Hubert Tschall (Firma Ruppel). In geheimer Wahl wurden diese mit jeweils über 85 Prozent gewählt.

Abschließend kamen noch einige Anliegen der Delegierten zur Sprache. Ein Vorschlag aus der Runde war, die Kundgebungen zum Tag der Arbeit am 1. Mai auch für die Sensibilisierung und Mobilmachung zur Transformationskampagne zu nutzen. Dieser Anregung wurde allgemein positiv zugestimmt. Marion Wacker schlug vor, dass sich die Delegierten durch Vortrag und Diskussionen zum Thema Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge weiter austauschen müssten. Daraufhin könne man sich eine Meinung bilden und den Mandatsträgern die Stimmung der Geschäftsstelle Odenwald-Tauber zum Rentenkonzept mit auf den Gewerkschaftstag geben. igm