Main-Tauber

Konjunkturprognose von IHK und Wirtschaftsjunioren Abwärtsbewegung der regionalen Wirtschaft zum Stillstand gekommen

Auftrieb durch die Binnenwirtschaft

Archivartikel

Der konjunkturelle Abschwung in der Region ist zum Jahresende zum Stillstand gekommen. Die neuesten Wirtschaftsdaten der IHK lassen eine leichte Entspannung der Lage erkennen.

Heilbronn. „Die Sorgenfalten und die von leichter Skepsis geprägten Erwartungen für die kommenden Monate bleiben aber“, beschreibt IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring das aktuelle Gesamtbild der regionalen Wirtschaft.

Die konjunkturelle Zweiteilung setze sich fort, denn der soliden Inlandsnachfrage stehen die schwachen Impulse der Weltkonjunktur gegenüber, was sich in den rückläufigen Exportdaten ausdrücke. Erste Anzeichen der Stabilisierung seien in der Industrie zu erkennen.

Hohes Auslastungsniveau

Das Baugewerbe befinde sich weiter auf einem hohem Auslastungsniveau, während der Großhandel einen spürbaren Rückschlag erlebe. Dagegen meldet der Einzelhandel gute Geschäfte und auch der Dienstleistungssektor sei intakt.

Auf dem Beschäftigungssektor sieht Döring ein stabiles Niveau, mit nennenswertem Personalabbau rechnet sie nicht, denn gleichzeitig stelle der Fachkräftemangel noch immer das zweitgrößte Risiko der Wirtschaft insgesamt dar ,und mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen macht sich Gedanken über die Entwicklung der Arbeitskosten.

Unsichere Zukunft

In eine sehr unsichere Zukunft blickte bei der Abendveranstaltung der Wirtschaftsjunioren der Geschäftsführer des Getriebeherstellers Magna Powertrain Transmission Systeme. Der Kunde stehe vor der Frage, „welches Auto soll ich kaufen?“ und werde durch die derzeit laufende Diskussion noch mehr verunsichert.

Als führender Zulieferer für die globale Automobilindustrie mit umfassenden Kompetenzen in den Bereichen Antriebsstrang, Design, Entwicklung, Erprobung und Fertigung sei derzeit von Betriebsführung und Belegschaft eine große Flexibilität gefragt.

Die Strategie der Marktbedienung mit Getriebesträngen im Baukastensystem werde diesem Wandel gerecht.

Insgesamt sieht der Unternehmer aus Untergruppenbach die Automobilbranche zwar aktuell in „sehr rauem Wasser“, insgesamt aber dennoch gut für die Zukunft aufgestellt.

Für den Heilbronner Volksbankvorstand Jürgen Pinnisch hängt viel an der Entwicklung der Wirtschaftsgroßmächte USA und China.

Die gerade in den jüngsten Tagen erkennbaren Bemühungen um mehr Normalität gerade zwischen den USA und China wirke sich auch vorteilhaft auf die Börse und die deutsche und europäische Wirtschaft aus.

Kühlen Kopf bewahren

Weniger zufrieden zeigte sich der Bänker mit den Wirtschaftsdaten aus Frankreich und England die für große Unruhen an den Finanzmärkten sorgen.

Den Anlegern empfahl Pinnisch „einen kühlen Kopf zu bewahren“, denn das Auf und Ab an den Börsen werde sich noch lange fortsetzen. Wenig Hoffnung machte der Finanzexperte auch den Sparern, vor allem die Altersvorsorge werde durch die Nullzins-Politik zu einem echten Problem.

Als sehr heterogenes Gebilde sieht der Geschäftsführende Gesellschafter der Vollert Anlagenbau GmbH in Weinsberg, Hans-Jörg Vollert, den Maschinenbau.

Die Branche befinde sich in einer Rezession. Das Ende der Abwärtsbewegung sieht er erst in den Jahren 2021/2022, weil das Grundvertrauen in die Zukunft der Wirtschaft empfindlich gestört sei.

In dieser Situation würden Investitionen ganz genau betrachtet, denn der „Gegenwind“ sei noch eine Weile zu spüren.

Auf der Erfolgsspur

Der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel sieht trotz aller widrigen Umstände den Wirtschaftsstandort Heilbronn auf der Erfolgsspur.

Mit der privaten, gemeinnützigen und gebührenfreien IT-Schule 42 aus Frankreich, werde mit Unterstützung der Dieter-Schwarz-Stiftung in Heilbronn der erste Standort in Deutschland eröffnet.

Neue Schule

Durch diese neue Schule wolle man vor allem den Fachkräftemangel im Bereich der Digitalisierung beseitigen.

Die Schule 42 unterhält Lehrstätten in 28 Ländern der Erde. Damit sei ein bedeutender Schritt für die bessere Versorgung der heimischen Wirtschaft mit IT-Fachpersonal gelungen, so der Heilbronner Oberbürgermeister.