Main-Tauber

Landtagswahl SPD Main-Tauber gibt seine Bewerber über Mitgliederschreiben bekannt / Zweitkandidatin ist Anja Lotz aus Elpersheim

Anton Mattmüller wirbt um die Gunst der Wähler

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Der Külsheimer Anton Mattmüller (24) kandidiert bei der Landtagswahl im nächsten Jahr für die SPD Main-Tauber. Dies gab der Kreisverband am Freitag mittels eines Mitgliederschreibens bekannt. Als Zweitkandidatin tritt Anja Lotz (53) aus Elpersheim an.

Wie es in der Mitteilung der Verantwortlichen heißt, zeigte sich Mattmüller, der sich seit Jahren ehrenamtlich außer- und innerhalb der SPD engagiere, im Schreiben kritisch gegenüber der Politik in den vergangenen Jahren – und nahm auch die SPD davon nicht aus. „Auf Bundesebene hat sich die Dauer-Groko allzu oft in ihre realitätsferne Blase zurückgezogen, so dass manchmal der Eindruck entstehen konnte, dass sie keine Lösungen mehr für die Zukunft anbieten kann – oder noch schlimmer – überhaupt nicht daran interessiert ist, Lösungen zu finden.“ Der Kandidat möchte den kommenden Wahlkampf daher als Chance begreifen, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die SPD zeitgemäß aufzustellen. „Corona und Klimawandel zeigen es deutlich: Es geht nur gemeinsam“, so Mattmüller.

Der Külsheimer, hat nach dem Abitur in Tauberbischofsheim und Freiwilligem Wehrdienst in Walldürn zunächst Politikwissenschaft in Würzburg studiert, wo er auch verschiedene Positionen in der studentischen Vertretung innehatte. Anschließend studierte er Publizistik- und Kommunikationswissenschaften in Wien.

„Moderne Politik besteht nicht mehr aus Klüngelei in Hinterzimmern. Statt von oben zu verwalten, müssen Politiker den Menschen die Möglichkeit, geben ihre Zukunft aktiv mitzugestalten – und die Prozesse, die hinter verschlossenen Türen stattfinden, transparent und nachvollziehbar kommunizieren“, so Mattmüller. Sein junges Alter sieht er dabei nicht als Problem. Da er nicht über die gleiche Erfahrung verfüge wie ältere Kollegen, müsse er ständig zuhören, lernen und Politik als gemeinsamen Prozess gestalten. Deswegen sei die Arbeit im Team umso wichtiger.“ Mit Anja Lotz, die über langjährige kommunalpolitische Erfahrung verfüge, sehe er sich dabei gut aufgestellt.

Sein Programm basiert auf zwei Säulen. So fordert Mattmüller ein modernes Politikverständnis, das die betroffenen Menschen in den Vordergrund stellt. Ziel sei „am Ende eine wirklich nachhaltige Lösung zu finden – für alle, ohne Verlierer.“ Die zweite Säule besteht aus dem inhaltlichen Rahmen. Dabei gelte, so Mattmüller: „Erfolgreiche Politik in der Gegenwart ist immer eine Mischung aus Erfahrung und Vision. Das wollen Anja Lotz und ich für uns als Team beherzigen – und auch für die SPD.“ Die Grundwerte der Partei, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, seien immer noch die Anker einer funktionierenden Gesellschaft. Allerdings müsse man die Worte auch wieder mit Inhalt füllen – und dann glaubhaft dafür einstehen.

Mattmüllers Programm besteht aus Themenblöcken. So bedeutet Solidarität für ihn, „dass nicht gegen oder über, aber dafür miteinander geredet wird“. In jüngster Zeit habe man aber den Eindruck gewinnen können, dass sich die Generationen in der Klimafrage oder der Corona-Krise feindlich gegenüberstehen würden. Diese Wochen hätte man besser können: ohne Feindbilder, dafür im Dialog, mit dem Ziel zu Lösungen zu kommen. Der Themenblock „Solidarisch“ solle daher herausarbeiten, dass soziale Belange immer die Belange aller sind. Mattmüller möchte alle sozialen Inhalte auf die Generationen übertragen, um das Gemeinsame zu betonen. Als Beispiel nennt er den ÖPNV: „Preisgünstig und besser ausgebaut profitieren junge wie ältere Menschen.“

Beim Themenblock „Gerecht“ geht es Mattmüller um die Frage, wie die Probleme der Zukunft gemeinsam und fair gelöst werden können. Als Stichworte nennt er die Bereiche Klimawandel, die Landwirtschafts- und Energiesektoren oder die sich ändernde Arbeitswelt.

Der Kampagnen-Block „Frei“ behandelt Belange der persönlichen und gesellschaftlichen Freiheit. Mattmüller hält es für wichtig, die Erfahrungen der älteren Generationen als ständige Mahnung für die Zerbrechlichkeit von Frieden und Freiheit zu bewahren. Dazu müsse auch die eigene Komfort-Zone verlassen werden, um die hart erkämpften Errungenschaften der demokratischen Gesellschaft zu verteidigen. Die „BlackLivesMatter“-Bewegung oder „Fridays for Future“ zeigten, dass die oft als unpolitisch „geschimpfte“, junge Generation Verantwortung übernehmen möchte.

Als weitere Baustelle des Themenblocks nennt Mattmüller die immer noch schleppend verlaufende Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Allgemein vermisst der Kandidat ein klares Konzept in der Corona-Politik der Landesregierung: „Wahlkampf hin oder her, CDU und Grüne müssen sich in dieser Situation zusammenraufen und ihrer Verantwortung gerecht werden.“