Main-Tauber

Staatliche Schlösser und Gärten Nach acht Wochen Stille kehrt jetzt wieder Leben ein / Manche Bereiche können wegen des Distanzgebotes nicht betreten werden

Am 12. und 13. Mai geht’s wieder los: Monumente öffnen

Archivartikel

Bad Mergentheim/Weikersheim.Neustart in Schloss und Schlossgarten Weikersheim, sowie im Residenzschloss Mergentheim – nach den coronabedingten Schließungen starten die beiden Einrichtungen wieder durch.

Schloss Weikersheim öffnet am 12. Mai wieder seine Tore, der Schlossgarten ist schon seit dem 7. Mai geöffnet (siehe gesonderter Bericht auf Seite 17). Am 13. Mai schließt sich das Residenzschloss Mergentheim an und empfängt wieder Besucherinnen und Besucher.

Acht Wochen lang herrschte hier während der Corona-Epidemie Stille. Bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg startet jetzt in vielen Schlössern, Klöstern und Gärten wieder der Besucherbetrieb. Voraussetzung ist allerdings, dass beim Besuch die Einhaltung der geltenden Corona-Verordnung möglich ist.

Individuelle Zugänge

Die meisten der historischen Monumente können wieder ihre Tore öffnen – einige allerdings nur in Teilbereichen. Denn in jedem der Bauwerke stellt sich die Situation anders dar. Bei der Vorbereitung der Wiedereröffnung unter den neuen Regeln zeigte sich, dass die Staatlichen Schlösser und Gärten vor einer hochkomplexen Aufgabe standen. „In jedem Monument mussten die Teams vor Ort die Möglichkeiten im Umgang mit den Regeln der Corona-Verordnung prüfen - und fast überall sind daraus spezielle Lösungen für den Besuch entstanden“, erklärt Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. „Wie sich diese Lösungen bewähren, muss überall in den ersten Tagen und Wochen ausprobiert, beobachtet und angepasst werden.“

Abstand im Rittersaal

Das Highlight eines jeden Besuchs in Schloss Weikersheim steht ab dem 12. Mai wieder offen: der berühmte Rittersaal. Im weitläufigen Saal mit seiner riesigen stützenlosen Decke können die Besucherinnen und Besuchern genügend Abstand voneinander halten.

Was im reich ausgestatteten Rittersaal als Erstes auffällt, sind die großen Tierfiguren an der Wand. Die lebensecht bemalten Stuckplastiken zeigen jagdbares Wild. Vor allem der Elefant, der seinen Rüssel in den Raum reckt, bleibt allen Gästen im Gedächtnis.

Die weiteren Räume des Schlosses bleiben vorerst geschlossen. Es gilt der reguläre Eintrittspreis für die Rittersaalbesichtigung. Geöffnet ist das Weikersheimer Schloss von 10 bis 17.30 Uhr.

Der Schlossgarten Weikersheim konnte schon am 7. Mai wiedereröffnen. Maximal 400 Personen dürfen sich gleichzeitig im gräflichen Garten aufhalten. Geschlossen bleiben vorerst noch die Dauerausstellungen zur Alchemie und zur Gartengeschichte „Wasserkunst und Götterreigen“ sowie der Alchemie- und Hexengarten.

Eine Änderung gibt es bei Ein- und Ausgang: Während der Eingang nach wie vor durch die Schlosskasse geht, verlässt man das Gelände von Schloss und Schlossgarten über den Seitenausgang an der Schlossterrasse und das Marstalltor.

„Jungsteinzeit“ bleibt zu

Das Residenzschloss in Bad Mergentheim öffnet am Mittwoch, 13. Mai - und kann wieder fast alle Sammlungsbereiche dem Publikum präsentieren. Nur die Räume mit den Exponaten zur „Jungsteinzeit im Taubertal“ bleiben geschlossen; hier lassen sich die Abstandsregeln nicht umsetzen.

Die Sonderausstellung „Rom lebt“ wurde ganz knapp vor der Corona-Schließung eröffnet. Jetzt stehen die großformatigen Bilder endlich zum Mitmachen und Mitspielen zur Verfügung und bieten persönliche Begegnungen mit dem alten Rom. Frei zugänglich ist der Schlossgarten Mergentheim.

Keine Gruppenbuchungen

Für alle Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten gilt: Die aktuelle Wiedereröffnung bezieht sich ausschließlich auf Individualbesucherinnen und -besucher. Die Führungen sind derzeit wegen des Distanzgebotes noch nicht möglich – und ebenso wenig Gruppenbuchungen.

Da manche Bereiche wegen des Distanzgebotes nicht betreten werden dürfen und auf ausreichend große Bewegungsräume geachtet werden muss, haben die Staatlichen Schlösser und Gärten in vielen Fällen die Besichtigungswege angepasst und geändert.

Dafür galt es, organisatorisch und personell Lösungen zu finden. Im Zentrum stehen überall die Forderungen der aktuellen Hygienestandards und die geltende Abstandsregelung.

In einer ersten Phase wird jetzt in allen Monumenten getestet, wie der Betrieb unter Corona-Bedingungen funktionieren kann. pm