Lokalsport

Gewichtheben SV Obrigheim behält in Mutterstadt die Oberhand / Marius Oechsle wackelte

Gesiegt, aber nicht nur gewonnen

Die Obrigheimer Gewichtheber haben auch ihren zweiten Wettkampf in der noch jungen Bundesliga-Saison für sich entschieden. Mit 827,1:801,8 Relativpunkten hielten sie den AC Mutterstadt auf Distanz. "Damit können wir zufrieden sein", resümierte Teamchef Manuel Noe. Wer das Ergebnis nicht kannte, musste in der voll besetzten AC-Halle jedoch fast annehmen, dass Gastgeber Mutterstadt das Duell gewonnen hat. Die Athleten strahlten, ihre Anhänger jubelten, der Hallensprecher stellte fest: "Wir haben's endlich geschafft."

Gemeint ist mit "endlich geschafft" die Tatsache, dass der AC Mutterstadt im Stoßen die bessere Mannschaft war. Mit 504,9:488,3 Punkten entschieden die Pfälzer das Kräftemessen in der zweiten Disziplin für sich. "Wir wussten, dass es eng werden würde", sagte Noe. Zusammen mit seinem Vorgänger Edmund Ehrmann, der während des Wettkampfs den Computer mit aktuellen Daten und Prognosen fütterte, hatte er stets einen präzisen Blick darauf, wie sich Wunsch und Wirklichkeit entwickelten. Laut Hochrechnung hätte Obrigheim das Stoßen hauchdünn, mit 0,7 Kilopunkten, also der Kleinigkeit von 700 Gramm, gewinnen müssen. Doch die Prognose aus dem PC unterschied sich dann von dem, was sich auf der Bühne zutrug.

Mutterstadt hatte das Reißen deutlich verloren (296,9:338,8) und die Aussichten, den Wettkampf komplett zu drehen, waren düster. Aber: Im Stoßen rechneten sich die bis dato unbesiegten Athleten von Trainer Dennis Eicher einiges aus. Und so gingen sie auch zu Werke: zupackend, konzentriert, selbstbewusst. Sie zeigten kaum Schwächen, erlaubten sich in den beiden ersten Durchgängen keinen Fehlversuch. Was die Situation für die Obrigheimer Gewichtheber zusätzlich erschwerte: Sie hatten deutlich mehr leichtere Athleten im Team als ihr Gegner - Mutterstadt bot vier Stemmer mit 86 Kilo und mehr auf, Obrigheim nur einen - und mussten stets vorlegen. Die Gastgeber konterten.

Beim Ausstoßen gescheitert

Das funktionierte bei Obrigheim dennoch sehr ordentlich, bis auf eine Ausnahme: Marius Oechsle, nach der Pause für Adrian Müller eingewechselt, patzte im ersten Stoßversuch bei 143 Kilo. Eine Last, die ihn in Normalform nicht vor große Probleme stellt. Deshalb bestellte er anschließend zwei Kilo mehr - und scheiterte erneut beim Ausstoßen. Während seine Teamkollegen durchweg die ersten beiden Versuche gemeistert hatten, stand bei Oechsle eine Null im Protokoll.

Hatte sich der 23-Jährige, der wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel in der ersten Bundesliga-Begegnung gegen Durlach vor vier Wochen pausieren musste, zu viel zugemutet? "Er war fit und stark genug, hat die Last auch gut umgesetzt. Aber die Anspannung im Wettkampf war ihm anzumerken", sagte Teamchef Noe. Beim SVO bestätigten die Nationalmannschaftskollegen Nico Müller und Matthäus Hofmann ihre hervorragende Verfassung. Beide servierten sechs gültige Versuche, das gelang an diesem Abend keinem anderen der insgesamt 13 eingesetzten Gewichtheber auf beiden Seiten. "Ein starker und souveräner Auftritt", lobte Noe.

Durch den 2:1-Sieg hat Obrigheim einen ernsthaften Rivalen um Platz zwei in der Bundesliga Süd-West auf Abstand gehalten und sich eine gute Ausgangsposition für den Heimkampf gegen den deutschen Meister AV Speyer am 16. Dezember geschaffen. rok