Lokalsport

Fußball Jahresfeier der Refereegruppe Mergentheim mit Ehrungen / Aron Schmidhuber, Weltschiedsrichter des Jahres 1992, machte der Gilde seine Aufwartung

„Aggressivität dürfen wir nicht dulden“

Kameradschaft und Zusammenhalt werden in der Schiedsrichtergruppe Mergentheim großgeschrieben. Die Gilde, eine der kleinsten innerhalb des Württembergischen Fußball-Verbandes, verfügt noch über genügend Pfeifenmänner, die einen einigermaßen ordnungsgemäßen Spielbetrieb gewährleisten. Im Rahmen der Jahresfeier im AMC-Heim in Laudenbach würdigten verschiedene Redner das Engagement der Unparteiischen, verbunden mit dem Appell, in zweifellos schwierigen Zeiten weiterhin am Ball zu bleiben und weitere Mitstreiter zu finden, um zuversichtlich nach vorn blicken zu können. Überraschungsgast Aron Schmidhuber, Weltschiedsrichter von 1992, bekundete mit seiner Anwesenheit seine jahrelange Verbundenheit zu den Mergentheimer Referees.

Zahlreiche Spielabbrüche

Bezirksschiedsrichter-Obmann Volker Stellmach kritisierte die zunehmende Gewalt gegen Schiedsrichter, was zu vielen Spielabbrüchen führe. Er habe durchaus Verständnis für Unparteiischen-Streiks – wie zuletzt im Saarland oder in Berlin. Ein „Weiter-so“ dürfe es nicht geben, die neutrale Zunft müsse Zeichen setzen. Vereine, Trainer, Spieler, Betreuer und Zuschauer seien gleichermaßen in der Pflicht, in diesen Zeiten Flagge zu zeigen und den Referees sofort zur Seite zu springen, wenn es denn während eines Spiels zu Auseinandersetzungen und Problemen komme.

In seinem Rückblick streifte der Mergentheimer Obmann Julian Scheidel nochmals das vergangene Jahr, das für die Gruppe mit dem traditionellen Dreikönigs-Frühschoppen in Creglingen begonnen habe. Als gelungen bezeichnete er den Coachingtag der Förderkader-Referees mit den Aktiven der Künzelsauer Gruppe im Februar. Sechs Interessenten bestanden in März und April den Neulingskurs mit Erfolg. Hier sieht Scheidel in den kommenden Jahren Handlungsbedarf, denn die Zahl von 73 aktiven Referees sei 2018/19 so gering gewesen wie lange nicht mehr. „Es gilt, beim nächsten Kurs eine gute Anzahl an Neulingen auszubilden.“ Dieser solle mit der Gruppe Künzelsau durchgeführt werden. Hier stünden vor allem jene Vereine in der Pflicht, die bislang keine oder nur wenige Pfeifenmänner in ihren Reihen hätten, um die Lage zu entspannen.

Mit durchweg ordentlichen Leistungen habe sich Sebastian Schühl, so Julian Scheidel weiter, inzwischen im Reigen der Landesliga-Referees etabliert. Bestreben sei es, dieses Niveau zu halten, um auch in der kommenden Runde in dieser Klasse vertreten zu sein. Mit Jens Gundling und Tim Krauter gebe es zwei weitere junge Pfeifenmänner, die das Potenzial hätten, ihren Weg weiter nach oben zu beschreiten. Und auch im Lehrwartwesen habe man an Qualität hinzugewonnen, denn neben Sebastian Schühl habe man mit Daniel Benkert nun einen zweiten Lehrwart in seinen Reihen, der voll motiviert und mit großem Engagement in seine neue Aufgabe gestartet sei.

Als echtes Highlight bezeichnete Julian Scheidel im Mai den zusammen mit dem 1. FC Igersheim durchgeführten Benefizevent mit den drei Top-Referees Bibiana Steinhaus, Lutz Wagner und Knut Kircher. Dieser tolle Abend sei beste Werbung für die neutrale Zunft gewesen und habe zudem noch die stolze Summe von 10 000 Euro für mehrere soziale Zwecke erbracht.

Auch der Mergentheimer Obmann verurteilte die zunehmende Aggressivität und Gewalt vor allem in den unteren Klassen, zumal zuletzt auch zwei Referees aus der Mergentheimer Gruppe direkt davon betroffen gewesen seien.

In einem Fall habe dies zu einem Spielabbruch geführt, im zweiten habe bei einem C-Junioren-Match ein Vater einen jungen Schiedsrichter verbal angegangen. „Dies dürfen wir nicht dulden. Meldet solche Vorfälle, damit sie sportrechtlich verfolgt werden können“, appellierte Scheidel an seine Mitstreiter.

Engagement gewürdigt

Abschließend würdigte Julian Scheidel all jene, die sich in irgendeiner Form für die neutrale Zunft im Bezirk einsetzten, vor allen Dingen die Partner der aktiven Schiedsrichter, die doch oft zurückstecken müssten. Auch die Zusammenarbeit im Ausschuss der Gruppe sowie mit dem gesamten Bezirk lobte der Obmann explizit.

Zum Abschluss des offiziellen Teils blieb es Julian Scheidel noch vorbehalten, drei verdiente Pfeifenmänner auszuzeichnen. Die Verbandsehrennadel in Bronze gab es für Udo Fleck (Spvgg. Apfelbach/Herrenzimmern), Sturmius Burkert (TV Niederstetten) erhielt die Verbandsehrennadel in Silber. Und darüber hinaus gab es eine besondere Würdigung für Uli Jakoby von der Spvgg. Schäftersheim, der seit mittlerweile drei Jahrzehnten seinen Dienst an der Pfeife verrichtet.

Auch Ex-Bundesliga-Referee Aron Schmidhuber, Weltschiedsrichter des Jahres 1992, lobte explizit das jahrelange Engagement der Ausgezeichneten. Und Alissa Kranz, inzwischen in der Damen-Regionalliga aktiv, ist nach ihrem beruflichen Wechsel in den Schwarzwald aus der Mergentheimer Gilde gebührend verabschiedet worden.

Für Abwechslung sorgte dann noch Jutta Gromes von den Schäftersheimer „Doredräwern“, die einige höchst amüsante Geschichten in Dialekt zum Besten gab und damit das Publikum begeisterte.