Limbach

In Limbach Bei Gesamtfeuerwehrübung probte man den Ernstfall in Heidersbach an der Biogasanlage

Übungsstationen sorgen für Abwechslung

Limbach.Bei der Gesamtfeuerwehrübung in diesem Jahr probte man den Ernstfall an der Biogasanlage in Heidersbach. Anders als in den vergangenen Jahren wurden fünf verschiedene Stationen auf dem Gelände der Biogasanlage aufgebaut, die von allen Gruppen durchlaufen wurden. Josef Bangert, Abteilungskommandant der Feuerwehr Limbach, erstellte das Konzept und beaufsichtigte die Stationsdurchläufe. Neben dem routinemäßigen Üben wolle man damit Abwechslung in das Programm bringen, das sonst aus Innenangriffen bestehe, so Josef Bangert.

Das circa zwei Hektar große Gelände der Biogas-Anlage hielt einige Herausforderungen bereit. Neben der Brandbekämpfung und Menschenrettung waren Gasaustritt und der Umgang mit den Strom- und Heizanlagen zu beachten. „Jeder muss wissen, was im Notfall zu tun ist und wo sich was befindet, sagte Bürgermeister Weber beim Rundgang über das Gelände.

Die Herbstübung biete die Möglichkeit, sich mit den Besonderheiten des Geländes vertraut zu machen, denn „theoretisch üben bringt ja nichts“, bekräftigte auch der neugewählte Ortsvorsteher Werner Gellner. An den Praxisstationen überzeugte man sich schließlich zusammen vom Können der Feuerwehren.

55 Feuerwehrmänner dabei

Alle Ortsteile waren durch insgesamt 55 Feuerwehrmänner vertreten, die in fünf Gruppen mit je ein bis zwei Gruppenführern aufgeteilt wurden und jede Station durchliefen. Die willkürliche Zusammensetzung der Gruppen trage dazu bei, den Zusammenhalt unter den sieben Abteilungswehren zu stärken, erläuterte Josef Bangert. Die Gesamtzahl der Feuerwehrmitglieder der Gemeinde Limbach beträgt 130.

An der ersten Station wurden die Feuerwehrmänner in den Umgang mit pneumatischen Rettungsgeräten eingewiesen. Wegen der Biogasanlage stand außerdem das Gaswarngerät im Fokus. Die Station „Technische Hilfeleistung“ erforderte den fachmännischen Umgang mit Spreizer, Schere und hydraulischem Rettungszylinder. Die Feuerwehrmänner übten die Befreiung aus einem verunfallten Fahrzeug und zerlegten es in seine Einzelteile.

An der dritten Station wurde ein Brandszenario in der Lagerhalle der Biogas-Anlage mit künstlichem Rauch einer Rauchmaschine simuliert. Die Löschung wurde mit dem Laudenberger TSf durchgeführt. Zwei Männer führten den Innenangriff durch. Die hierbei eingesetzte Wärmebildkamera erleichtert die Orientierung im Raum und hilft Brandherde zu lokalisieren. Schon nach wenigen Zentimetern Entfernung sind durch den Rauch kaum noch Umrisse oder Hindernisse erkennbar.

Karl Wendel erläuterte bei einer Führung zentrale Anlaufstellen der Anlage. Das Gaswarngerät gehöre im Fall eines Einsatzes zur lebenswichtigen Ausrüstung. Es gälte sich daher vorsichtig voranzutasten, zuerst die Stromanlagen auszuschalten und sich der Gasproblematik bewusst zu sein, so der Kommandant. Neben den Fermentern und dem Gärrestlager befinden sich eine Photovoltaikanlage, der Pumpenraum, diverse Technikanlagen und zwei Löschzisternen mit 170 und 80 Kubik auf dem Gelände, auf die man zurückgreifen könne.

Menschenrettung geübt

An der letzten Station wurde die Menschenrettung über eine Steckleiter und der Rettungsknoten geübt. Hierbei wurde jeder Schritt von der Sicherung der Leiter über das Ablassen der verletzten Person und dem Binden des Knotens durchgespielt.

Die Biogasanlage versorgt durch die anfallende Nahwärme circa 25 bis 30 Haushalte. Der Großteil des Gases wird dem Blockheizkraftwerk zugeführt und für die allgemeine Versorgung eingespeist. Die Ortsteile Balsbach, Wagenschwend und Krumbach bilden den Ausrückbereich West. Laudenberg, Scheringen und Heidersbach den Ausrückbereich Ost. Limbach wird zu jedem Einsatz hinzugezogen, unabhängig vom Ausrückbereich. In der Regel finden die Übungen der Ausrückbereiche zweimal im Jahr statt. Hinzu kommt die jährliche Gesamtübung der Feuerwehren. Letztes Jahr wurde der Ernstfall an der Gemeinschaftsschule in Limbach geprobt. Bei einem gemeinsamen Essen dankten Bürgermeister Thorsten Weber und Kommandant Karl Wendel den Mitgliedern für die gute Organisation und Teilnahme an der Gesamtübung. jn