Limbach

Limbacher Gemeinderat tagte Städtebauliches Entwicklungskonzept vorgestellt / Strukturgutachten für Kläranlagen in Auftrag gegeben / Jahresabschlussrechnung für 2018 vorgestellt

„Pflichtaufgaben mit vielen Investitionen und Energie umgesetzt“

Archivartikel

Limbach.Vor Eintritt in die Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Limbacher Gemeinderats bedankte sich Bürgermeister Weber bei allen, die ihren Anteil am gelungenen Fest der „Schule am Schlossplatz“ hatten.

Danach folgte die Beschlussfassung zum Aufnahmeantrag in ein Förderprogramm der städtebaulichen Erneuerung. Das städtebauliche Entwicklungskonzept bezieht sich auf die Ortsmitte Limbachs mit einem Sanierungsgebiet von 17,4 Hektar, rund um den historischen Ortskern.

Zur Aufnahme in das Programm ist die Erstellung eines gesamtörtlichen Entwicklungskonzepts notwendig. Dieses beleuchtet Ausgangslage und Entwicklungsperspektive aller kommunalen Lebensbereiche, woraus später strategische und zukunftsfähige Maßnahmen abgeleitet werden sollen.

Bei einer Informationsveranstaltung im Juli wurden diese Ziele aktiv mit den Bürgern rückgekoppelt. An der Veranstaltung nahmen 25 Einwohner teil. Das Handlungsfeld „Mobilität“ wurde dabei mit 30 Punkten am höchsten bewertet. Schwerpunkte lagen auf der Ortsdurchfahrt und auf Verbesserungen für Fußgänger. Dahinter folgte mit 29 Punkten das Gewerbe mit Schwerpunkten auf der Sicherung der ärztlichen Versorgung und Versorgungseinrichtungen, beispielsweise eine Apotheke.

Das Handlungsfeld „Miteinander leben“ folgt mit 27 Punkten auf dem dritten Platz, wobei Stärkung des Ehrenamts, Sicherung des Nachwuchses und Erhalt des Jugendangebots als wünschenswert genannt wurden.

Ebenfalls mit 27 Punkten als wichtig erachtet wird das Handlungsfeld „Wohnen und Sanierung“. Hierbei wünschen sich die Bürger eine Belebung der Ortsmitte, beispielsweise zu erreichen durch eine Gaststätte, Apotheke oder barrierefreie Seniorenwohnungen. Auch die Verbesserung der Mobilfunkversorgung wurde mit sieben Punkten als relativ wichtig erachtet.

Darüber hinaus wurden eigene Anregungen und Ideen zur Aufwertung der Gemeinde eingebracht. So wurden eine Kneipp-Anlage oder ein Grillplatz genannt und bezüglich der Touristik, eine Mountainbike-Strecke, Kutschfahrten oder ein Geschichtspfad. Einrichtungen wie die Sternwarte in Weisbach und der Limesweg Odenwald sollten stärker einbezogen werden.

Hinsichtlich der Infrastruktur wurde die Nachnutzung des Feuerwehrhauses durch das DRK genannt. Da die Bio-Landwirtschaft einen hohen Stellenwert einnimmt, könnte auch dieses Thema stärker beworben werden.

Bezüglich einer nachhaltigen eigenen Wasserversorgung wurde die Sanierung der Brunnenstuben und Erschließung weiterer Quellen angeregt. Auch der Modernisierungsbedarf in den Kindergärten Limbach und Waldhausen bleiben Thema. Wichtig war den Bürgern, dass Traditionen erhalten bleiben und die Menschen sich mit ihrem Ort identifizieren. Ein Mehrgenerationentreff, auch vor dem Hintergrund der alternden Gesellschaft in Limbach, kann dazu beitragen. Diese ersten Ergebnisse des Entwicklungskonzeptes schließen an weitere Untersuchungen an, die, wenn die Aufnahme ins Programm gelingt, durchgeführt werden müssen, so Bürgermeister Weber.

Der Jahresabschluss für 2018 ergab ein positives ordentliches Ergebnis von 1 237 200 Euro. Das ordentliche Ergebnis wird der Rücklage aus Überschüssen des ordentlichen Ergebnisses zugeführt. Hierbei ist festzuhalten, dass die Wechselwirkungen des Finanzausgleichs beachtet werden müssen. In der Bilanzrechnung betragen die liquiden Mittel 1 503 801 Euro. Gegenüber dem Vorjahr 2017 haben diese um 362 788 Euro zugenommen. Nachdem 2018 keine neuen Kredite aufgenommen wurden, konnte die Gesamtverschuldung um den Tilgungsbetrag von 244 628 Euro verringert werden.

Die Verschuldung 2017 lag bei 1025 Euro und hat sich zum 31. Dezember 2018 auf eine Pro-Kopf-Verschuldung von 963 Euro verringert. Hierin enthalten ist im Gegensatz zu anderen Kommunen auch die Verschuldung bei der Wasserversorgung.

Gerhard Noe bekräftigte das kommunale Vorgehen: „Wer die Ausführung der Strategien und Ziele der Gemeinde betrachtet, kann feststellen, dass die Pflichtaufgaben mit vielen Investitionen und viel Energie umgesetzt werden, um den Zustand zu verbessern und die Einrichtungen im guten Zustand zu erhalten. Die Förderung des Ehrenamts und der Vereine wird hierbei stets versucht zu beachten“. Der Ausbau der Gesamtschule in Limbach ist hierbei nur ein Aspekt, wenn auch der investitionsstärkste seit Jahren.

Alles in allem sei es ein positiver Rechenschaftsbericht, der mit einer „hervorragenden und übersichtlichen Arbeit des Kämmerers und seines Teams verbunden ist“, sagten die Gemeinderäte Johmann, Noe, Kern und Knapp in ihren Stellungnahmen.

Kanalplan ein Thema

Danach stand die Vorstellung des allgemeinen Kanalplans für die Gemeinde Limbach durch das Adelsheimer Ingenieurbüro Sack und Partner auf der Tagesordnung.

Hintergrund der Thematik sind betriebliche Probleme der Kläranlage in Scheringen und die Möglichkeit Fördermittel vom Land beziehen zu können. Daher entschied sich der Gemeinderat, ein gesamtheitliches Strukturgutachten in Auftrag zu geben und verschiedene Optimierungs- und Sanierungsmöglichkeiten zu prüfen.

In den Blick genommen werden die drei Kläranlagen in Limbach, Heidersbach und Scheringen. Die Ortsteile Wagenschwend, Balsbach und Krumbach sind an die Kläranlage im Abwasserzweckverband Limbach/Fahrenbach angeschlossen. Bürgermeister Weber dazu: „Ein fundiertes Strukturgutachten der gesamten Abwasserbeseitigung hilft die langfristig wirtschaftlichste Lösung zu ermitteln. Dies zu untersuchen, ist auch im Sinne des Gebührenzahlers“.

Das Strukturgutachten besteht aus einer Fremdwasseruntersuchung, Schmutzfrachtberechnung und der hydraulischen Überprüfung der Kanalisation. Die Fremdwasseruntersuchung wurde bereits im April in Auftrag gegeben und wird mit 50 Prozent vom Land unterstützt. Fremdwasser ist beispielsweise Quellwasser, Drainagen oder Grundwasser, dessen Anteil in den Kläranlagen reduziert werden muss.

Die Schmutzfrachtberechnung und hydraulische Überprüfung mit Überarbeitung der Allgemeinen Kanalisationspläne übernimmt das Ingenieurbüro Sack und Partner aus Adelsheim zum Preis von 43 435 Euro. Die Kosten trägt die Gemeinde in Eigenleistung, hierfür ist keine Förderung möglich. Sack und Partner wird die Kanalisationspläne für die Ortsteile Limbach, Laudenberg und Heidersbach überprüfen, sowie die Schmutzfrachtberechnung für Limbach und Heidersbach ausführen. Der entsprechende Ingenieurvertrag wurde in der Sitzung abgeschlossen.

Nicht im Strukturgutachten enthalten ist die Kläranlage in Fahrenbach, die bauliche Überprüfung der Kanäle, die jeweiligen Betriebskosten und neuesten Investitionen früherer Maßnahmen an den Kläranlagen. Diese Basisdaten werden später erhoben, sollen aber unbedingt in die endgültige Gesamtbetrachtung miteinfließen, da waren sich alle Beteiligten in der Sitzung einig.

Vergaben

Weiter ging es mit diversen Auftragsvergaben. Im Ortsteil Heidersbach in der „Ziegelhüttenstraße“ wird ein vierter und letzter Bauabschnitt mit elf Bauplätzen erschlossen, da die Nachfrage ungebrochen ist, so Weber. Die Gemeinde schließt den Ingenieurvertrag mit IFK Ingenieure aus Mosbach ab, die wieder die Planungsarbeiten übernehmen. Die Kosten betragen 46 647 Euro.

In Limbach ist das neue Feuerwehrhaus bald bezugsfertig. Der Gemeinderat vergab die Ausstattung an die Firma Schumm und Rösch GmbH zum Preis von 42 371 Euro. In der Vergabesumme noch nicht enthalten ist die Küchenausstattung, trotzdem verbleibe man sehr wahrscheinlich unter der Kostenschätzung von 63 808 Euro, so das Gemeindeoberhaupt. Die Ausstattung umfasst die verschiedenen Arbeitsbereiche und Umkleiden.

Als letzter Tagespunkt auf der Liste stimmte der Gemeinderat notwendigen Befreiungen von insgesamt sieben Bauvorhaben in der Gemeinde zu. Darunter sind vier Einfamilienhäuser, zwei Garagenerweiterungen und ein gewerblich genutzter Neubau.