Limbach

Spendenaktion der Firma „Odenwälder BabyNest“ Alle Limbacher Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren bekamen Mund-Nase-Bedeckungen geschenkt

„Es ist eine Situation, die zusammengeschweißt hat“

Archivartikel

Limbach.Das Corona-Virus hat die Welt trotz erster Lockerungen weiter fest im Griff und verändert das Leben. Auch für die Firma „Odenwälder BabyNest“ in Limbach, die Baby- und Kindertextilien wie Schlafsäcke und Krabbeldecken fertigt, brachte das neuartige Virus große Herausforderungen mit sich. „Über Jahrzehnte haben wir uns auf die Produktion mit europäischer Ware spezialisiert, plötzlich sind uns die Zulieferer aus Italien, Spanien und Frankreich komplett weggebrochen“, so Guido Bangert, Inhaber der Firma „Odenwälder BabyNest“.

Mitarbeiter aus Kurzarbeit geholt

Rund 30 000 Meter Stoff konnten aufgrund des Virus nicht nach Deutschland geliefert werden. Die Firma musste schließlich in Kurzarbeit übergehen, was seit der Firmengründung im Jahr 1934 noch nie vorkam. Aufgrund des immer größer werdenden Bedarfs an Nasen- und Mundbedeckungen entschloss man sich kurzerhand, in die Produktion von solchen Bedeckungen überzugehen. „Damit konnten immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Kurzarbeit geholt werden“, erklärt Guido Bangert.

Fünf Wochen nähte die Firma ausschließlich Bedeckungen, zuletzt waren es 15 von insgesamt 70 Mitarbeitern. Neben Bürgern aus der Gemeinde und der ganzen Region kamen auch Anfragen von großen Industriepartnern, die eine Vielzahl an Bedeckungen bestellten. Anfangs hat die Firma etwa 200 bis 300 Masken täglich genäht, in Spitzenzeiten dann rund 2500 am Tag. „Der Zusammenhalt aller Mitarbeiter ist und war sensationell“, so der Geschäftsführer, „es ist eine Situation, die zusammengeschweißt hat.“ Der Stoff für die Bedeckungen, den die Firma in vier verschiedenen Farben verwendet, wird aus Deutschland bezogen. Er kommt bei Kinderprodukten für den Krankenhausbereich in den Einsatz und ist besonders dicht, widerstandfähig, haltbar und kann ohne Schäden mit bis zu 95 Grad gewaschen werden.

Beim gemeinsamen Termin mit der Firma „Odenwälder BabyNest“ am vergangenen Donnerstag betonte Bürgermeister Thorsten Weber, wie dankbar er sei, dass sich die Firma in der Zeit der großen Not entschlossen habe, solche Bedeckungen herzustellen und in die ganze Republik zu versenden. „Die Firma ist einer der größten Arbeitgeber in Limbach und zudem ein noch vor Ort produzierendes Textilunternehmen, was in diesem Sektor heute eher die Ausnahme als die Regel ist“, so der Bürgermeister.

Seit Produktionsbeginn hatte die Firma immer wieder Bedeckungen gespendet, beispielsweise an die zentrale Jugendfeuerwehr der Gemeinde Limbach. Nun läuft die bisher größte Spendenaktion der Firma gerade auf vollen Touren, was Bürgermeister Thorsten Weber „aufgrund der aktuellen Tragepflichten ab dem Alter von sechs Jahren bei bestimmten Tätigkeiten ganz besonders freut“.

Das „Odenwälder BabyNest“ spendet allen Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis zwölf Jahren in allen sieben Ortsteilen der Gemeinde Limbach eine Mund- und Nasenbedeckung in einer speziellen, kleineren Kindergröße. Diese rund 270 Schutzmasken „erhalten die Kinder und Jugendlichen am heutigen Tage mit dem Amtsblatt der Gemeinde kostenlos und persönlich zugestellt“. Die Familie Bangert und das gesamte Team vom „Odenwälder BabyNest“ möchten mit dieser Aktion allen ausdrücklich danken, die die Firma in dieser Zeit unterstützen.

Bürgermeister Thorsten Weber zeigt sich hocherfreut über die Spendenaktion und sagte im Namen der Gemeinde, aber sicher auch im Namen aller Kinder und deren Eltern „Danke“. Viele Eltern werden gerade jetzt, wo auch Grundschulen und die weiterführenden Schulen sukzessive in den Unterrichtsbetrieb zurückgeholt werden, dankbar sein, dass ihre Kinder eine im wahrsten Sinne des Wortes passende Bedeckung für den Schulbus haben“, so Bürgermeister Weber.

Er überbrachte auch die Grüße und den ausdrücklichen Dank der Bundes- und Landtagsabgeordneten Nina Warken, Alois Gerig, Peter Hauk und Georg Nelius sowie von Landrat Dr. Achim Brötel, die nicht teilnehmen konnten. Bei der Spendenübergabe waren die für die Produktion und den Vertrieb der Bedeckungen zuständigen Mitarbeiterinnen F. Müller, F. Weis und F. Zimmermann dabei, ebenso wie die Kinder Lena, Torben und Collin, die Bedeckungen gleich ausprobierten. Guido Bangert und seine Frau Christiane bedankten sich ebenfalls beim Bürgermeister, dass die Spendenaktion gemeinsam mit der Gemeinde stattfinden konnte und sie somit vielen Kindern und Jugendlichen eine Freude machen konnten. Betriebsinhaber und Bürgermeister sind im Übrigen gespannt, ob der große Mangel an Masken aller Art und die Abhängigkeit in gewissen Produktbereichen vom Ausland nach dem Überstehen der Krise auch zu einem Umdenken bei Verbrauchern und in der Industrie führen werden. Am Mittwoch wurden nun endlich die tausende Meter an Stoff aus Italien geliefert worden. „Wir versuchen, langsam wieder in die Normalität zurückzukehren und sind froh, dass das Kerngeschäft langsam wieder anläuft“, so Guido Bangert abschließend vor einem kurzen Rundgang durch die Produktion.