Limbach

Theatergruppe des Fördervereins „Hällele“ „Auch Saubermänner haben ein Verfallsdatum“

Ein Angriff auf die Lachmuskeln

Archivartikel

Heidersbach.Als ein Angriff auf die Lachmuskeln entpuppte sich die Aufführung des Dreiakters „Auch Saubermänner haben ein Verfallsdatum“ durch die Theatergruppe des Fördervereins „Hällele“.

Die Akteure waren gut aufgestellt und verstanden es vorzüglich, ihre jeweiligen Rollen perfekt in Szene zu setzen. Dass die vielen Besucher aus nah und fern von Anfang an gut mitmachten und nicht mit Applaus geizten, ermunterte die Darsteller noch mehr. So stand einem vergnüglichen Theaterabend nichts mehr im Wege.

Hochmotiviert und gut vorbereitet präsentierten sich die Laiendarsteller, die sich die Charaktere ihrer Rollen perfekt verinnerlicht hatten und somit von Beginn an zu überzeugen wussten.

Volltreffer gelandet

Mit der Auswahl des Stückes aus der Feder von Beate Irmisch hat man wieder einmal einen Volltreffer gelandet, da die Irrungen und Wirrungen, die Ortsvorsteher Alfons Haselberger im Laufe des Spektakels zu überstehen hat, für alle nachvollziehbar und noch dazu urkomisch sind.

Alfons Haselberger (dargestellt von Volker Noe) ist Gastwirt und Ortsvorsteher. Er ist ein ausgesprochener Moralapostel und Besserwisser. Seine Mutter Klara (Barbara Specht) und seine Ehefrau Brunhilde (Antje Grimm) haben es nicht leicht mit diesem arroganten Saubermann.

Als nun sein 25-Jahr-Dienstjubiläum als Ortsvorsteher ansteht, will Alfons diesen Ehrentag natürlich mit Pauken und Trompeten feiern. Um sich zu verewigen hat er sogar den berühmten Bürstenmodellierer Balduin Pimperlein (Frank Münch) engagiert und auch der Regierungspräsident Dr. Egidius Gruber (Peter Gruber) und seine neue Ehefrau Dörte (Maria Müller) gehören zu den Ehrengästen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Sogar der Bischof ist angefragt, um am Ehrentag die Messe zu lesen.

Doch das Schicksal meint es nicht gut mit Alfons. Als er in der Woche vor der großen Feierlichkeit, während eines Messebesuches, mit einer ordentlichen Promillezahl in eine Radarkontrolle gerät, ist er seinen Lappen los. Zudem war er nicht alleine im Auto und ein belastendes Beweisfoto ist unterwegs.

Und auch daheim gerät so einiges aus den Fugen, denn seine Brunhilde macht in der Fahrschule von Bodo Schnell (Ralf Wursthorn) heimlich den Führerschein. Das ruft die Ehefrau von Alfons Gemeindediener Willi (Manfred Münch) auf den Plan. Dieser ist absolut nicht begeistert, dass seine Gertrud (Silvia Pittner) nun auch den Führerschein machen möchte, aber seine manchmal sehr rabiate Ehefrau versteht es sich durchzusetzen.

So kommt es, dass bei Gertruds erster Fahrstunde, der nigelnagelneue Mercedes des Ortsvorstehers schrottreif gefahren wird. Aufgrund dieser Tatsache muss Willi den Regierungspräsidenten zwangsweise mit dem Viehanhänger vom Bahnhof abholen, worüber der hohe Herr nicht begeistert ist. Als Alfons davon erfährt, steht er kurz vor einem Nervenzusammenbruch.

Doch es wird noch schlimmer, als er erfährt, dass der Bischof nicht zu seinem Ehrentag kommen wird. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als bei der resoluten Pfarrhaushälterin Wallburga (Jasmin Swoboda) gut Wetter zu machen, damit ihm der örtliche Pfarrer seine Jubiläumsmesse hält. Logisch, dass diese die Situation ausnutzt und es für den Ortsvorsteher nicht billig wird.

Selbst ernannter Saubermann

Als schließlich die Anzeige der Polizei samt Beweisfoto eintrifft, fällt das Kartenhaus des selbst ernannten Moralapostels und Saubermanns Alfons vollends zusammen. Seine Beifahrerin war die Frau des Regierungspräsidenten, der daraufhin wutentbrannt abreist.

All diese Wirrungen sind Gift für die kreative Ader des Künstlers Pimperlein, dessen Büste zudem in einer Nacht- und Nebelaktion verschandelt wurde, so dass dieser ebenfalls die Flucht ergreift. Die Frauen des Hauses nutzen die Umstände und nötigen Alfons zum Rücktritt, so dass dieser seinen Job als Ortsvorsteher zähneknirschend an Fahrlehrer Bodo übergibt.

Zufriedene Gesichter im Publikum und lobende Worte waren der verdiente Lohn für die Akteure. Ihre schauspielerischen Leistungen kamen gut an, was immer wieder aufbrandender Beifall und ein lange anhaltender Schlussapplaus, bewiesen.

Unterstützung fanden die Akteure durch Doreen Lutz (Maske) sowie Gerda Müller und Elisabeth Noe (Souffleusen), die hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf sorgten.