Leserbrief

Leserbrief Zu "100-prozentige Kontrolle ist garantiert" (FN, 5. August)

Zeit für "bürgerlichen Ungehorsam"

Wenn nicht jetzt, wann dann, wollte ich den Buchener Bürgern entgegenrufen, als ich den Bericht über die "Freimessungsaktivitäten" der Experten gelesen habe. So auch das sehr nachdrückliche "Nein" zur Lagerung des KWO-Bauschutts unseres Bürgermeisters Burger.

Jetzt haben wir, die Buchener Bürger, die große Chance, unserem Bürgermeister den Rücken zu stärken. Es ist ja nicht "seine" Stadt, die er vertritt, sondern es ist "unsere" Stadt, die wir zu verteidigen haben.

Immerhin haben wir diesen Mann gewählt, wenn auch mit einer sehr miserablen Wahlbeteiligung, damit er uns nach außen hin vertritt. Auch er ist nur ein Bürger Buchens, aber wir sind das Volk, das ihn stützen muss.

Dieses klare "Nein" hätte ich auch von Dr. Ginter erwartet, zumal er ziemlich verzweifelt scheint, wenn er sagt, dass er es lieber sehen würde, wenn der Schutt in den Salzstollen in Bad Friedrichshall abgelagert werden müsste, was auch logischer wäre.

Wenn er von einem "Quantensprung" in Sachen Sicherheit spricht, so sei die Definition des Begriffs "Quantensprung" aus der Physik erlaubt, die damit meint, "dass manche physikalische Systeme nur diskrete Zustände annehmen können". Solche diskreten Zustände sind die "Freimessungen", die kaum etwas aussagen. Wenn der Schutt keine Strahlungen abwirft, brauche ich auch keine finanziell sehr aufwendigen "Expertengutachten" einholen. Direkte Messungen würden da schon reichen.

Wenn der Schutt strahlt, dann nützen uns auch keine "Big Bags", da die Strahlungen durch Kunststoffhüllen kaum aufzuhalten sind.

Jetzt ist die Zeit des " bürgerlichen Ungehorsams" gegenüber einem Minister Untersteller. Aber noch mehr ist es an der Zeit aufzuwachen, um einen mutigen Bürgermeister nicht allein im Regen stehen zu lassen.