Leserbrief

Leserbrief Zu den Leserbriefen der Jungen Union

Wünsche sind nicht erfüllbar

Die Junge Union (JU) Walldürn analysiert ein mangelndes Vertrauen in die Stadträte. Leider wird nicht mitgeteilt, wem das Vertrauen fehlt, wie das festgestellt wurde und was dazu geführt haben könnte. Das dürfte doch viele interessieren.

Die JU fordert: „Für das Gemeinwohl muss ein sinnvolles Gleichgewicht verfolgt werden – eine Aufgabe , die wir den gewählten Vertretern absolut zutrauen!“ und „Es muss eine vernünftige Mischung von neuen Baugebieten und Naturerhalt erfolgen“.

Diese Wünsche sind nicht erfüllbar, wie auch aus dem Entwurf des Flächennutzungsplans 2030 (FNP) hervorgeht; dort werden die vielfältigen Schädigungen der Natur durch Neubaugebiete ausführlich dargestellt. Zwischen Gegensätzen kann es weder eine vernünftige Mischung noch ein Gleichgewicht geben.

Wer die beiden Leserbriefe der Jungen Union genau liest – wie die JU gefordert hat –, erkennt, dass sie weiterhin die Zuständigkeit des Statistischen Landesamtes für die Prognose der Einwohnerentwicklung, von der auch der Entwurf des FNP ausgeht, leugnet.

Das Einwohnermeldeamt dokumentiert unter anderem die Entwicklung der tatsächlichen Anzahl der Einwohner bis heute und ist nicht für Prognosen zuständig, wie die JU meint.

Dass es in der Politik nicht jeder für nötig erachtet, seine Forderungen und Meinungen zu begründen, ist nicht ungewöhnlich. Seltener ist aber schon, wenn jemand etwas behauptet, was nicht richtig sein kann. Jeder, der sich unter Innenverdichtung einer Stadt etwas vorstellen kann, erkennt, dass die Behauptung der JU: „Städtisches Wachstum ist leider nie allein durch eine Innenverdichtung möglich“ falsch ist; denn je nach tatsächlichem Bedarf kann eine Innenentwicklung ausreichen. Für die Behauptung: „Wenn es nach der BI geht, dann wird schon heute jede Möglichkeit eines Wachstums verhindert“ gibt es nicht einmal den Versuch einer Begründung; das zeigt auch, dass die JU die veröffentlichte Stellungnahme der „Bürgerinitiative Walldürn Für Mensch und Natur“ (BI) nicht zur Kenntnis genommen hat.

Mit der Aussage: „Es gibt einige Unterstützer aufseiten der BI, was auch gut ist, für uns steht jedoch das Gemeinwohl an erster Stelle“, will die JU letztlich den Leser glauben machen, dass die Unterstützer das Gemeinwohl nicht ernst nehmen.

Vermutlich lassen sich die Verfasser zu solchem Vorgehen herab, weil sie folgendes beunruhigt: Noch nie haben sich in Walldürn im Zusammenhang mit einer Planung, die alle Walldürner Bürgerinnen und Bürger betrifft, so viele einheitlich und eindeutig für ein genau definiertes Ziel eingesetzt.