Leserbrief

Leserbrief Zum Aufstieg und politisch gewollten Untergang des Kernkraftwerks Obrigheim

Windmühlenkampf gegen "Bauschutt"

Rot/Grün beschloss 2000 den "Atomausstieg", das KKW Obrigheim wurde am 11. Mai 2005 abgeschaltet. Damit wurden Arbeitsplätze und eine grundlastfähige Stromerzeugung ohne CO2-Ausstoß zerschlagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verglich die Geologie Japans (Fukushima) unzulässigerweise mit den Standorten deutscher KKW und verkündete im Bundestag am 9. Juni 2011 ihren "Atomausstieg".

Damit hat eine Koalition SPD - Bündnis 90/Die Grünen - CDU/CSU das Aus der deutschen friedlichen Kernenergienutzung und der Kernforschung beschlossen und für Riesen-Rückwärtsschritte gesorgt.

Die Wortblase der Kanzlerin "Wir können als erstes Industrieland der Welt die Wende zum Zukunftsstrom schaffen" hat mit Wirklichkeit noch lange nichts zu tun. Wir werden bald weder ein Industrie- noch ein Agrarland mehr sein. Daran sind nicht andere, daran sind wir selbst schuld.

Schwammiger Begriff

Einer Verfügung des Umweltministers Untersteller, "Bauschutt" aus dem Kernkraftwerk Obrigheim auf der Mülldeponie Sansenhecken abzulagern, könnte wirksam nur mit einer Klägergemeinschaft begegnet werden. Schon der Begriff "Bauschutt" in Zusammenhang mit Kernkraftwerk ist nicht klar umrissen.

Das Umweltministerium als Beklagte hätte zu beweisen (nicht nur zu unterstellen), dass der "Bauschutt" nicht von normalem Betonschutt unterschieden werden kann. Dieser Nachweis ist mit den heute zur Verfügung stehenden physikalisch-chemischen Analysemethoden von unabhängigen Instituten durch Vergleich von gegossenen Betonwürfeln vor Inbetriebnahme des Kernreaktors mit dem heutigen "Bauschutt" zu führen.

Minister Untersteller kann nach wie vor behaupten, "Bauschutt" vom KKW Obrigheim sei schneller auf der Deponie Sansenhecken über Tag entsorgt, man benötige die Kapazität von Friedrichhall/Heilbronn für den Bauschutt aller einst am Netz befindlichen Kernreaktoren Deutschlands.

Was den hoch radioaktiven Müll in den Castoren angeht, so sind Merkel, CDU, SPD und Grüne heute anscheinend ganz unbesorgt: Die "heißen" Castoren stehen auf militärisch mangelnd abgesicherten Betriebsgeländen herum.