Leserbrief

Leserbrief Zu den Lärmbelästigungen durch Windräder in Creglingen

Wie glaubwürdig sind die Gutachten?

In den letzten Wochen haben die FN mehrfach berichtet, dass es während des Probelaufs beim Creglinger Windpark nachts mehrfach zu erheblichen Lärmstörungen gekommen ist. Die Dörfer Frauental, Reinsbronn, Freudenbach, Erdbach und Niedersteinach sind besonders hart betroffen und die um ihre wohlverdiente Nachtruhe gebrachten Bürger denken mit Grausen daran, wie es wohl während der rund 20 bis 30 Jahre betragenden Laufzeit sein wird, wenn der noch nicht einmal alle zehn Windindustrieanlagen umfassende Probelauf erst durch Dauerbetrieb ersetzt wird und wenn der Wind bei entsprechender Windrichtung und Intensität zumindest an einzelnen Tagen/Nächten noch stärker weht, während es in den windgeschützten Tälern, wenn die Bürger schlafen wollen, nachts eher windstill ist, wodurch dann die vom höher gelegenen Windpark verursachten Geräusche besonders stark wahrgenommen werden.

In Creglingen wie an vielen anderen Windkraft-Standorten (vor allem in Main-Tauber und Hohenlohe) und jetzt ebenfalls in Boxberg zeigt sich ein weiteres Mal, dass die von den Windkraft-Initiatoren beauftragten, in der Regel aus dem Umfeld der Windkraft-Lobby stammenden "Gutachter" in den allermeisten Fällen nach dem Motto vorgehen "Wes Brot ich ess', des Lied ich sing" und beispielsweise bei der Lärm-Prognose oder beim Artenschutz-Gutachten "Persilscheine" ausstellen, die mit der Realität aber auch gar nichts gemein haben. Demzufolge handelt es sich bei der überwiegenden Zahl, wie in Creglingen, meist um von Anfang an mit der Absicht, Genehmigungs-Hindernisse aus dem Weg zu räumen, viel zu optimistisch und völlig einseitig, weder objektiv noch neutral und unparteiisch erstellte, sogenannte "Gefälligkeits-Gutachten", die nicht das Papier wert sind auf dem sie stehen und daher zielgerichtet mit einem schon von Anfang an feststehenden pro-Windkraft-Ergebnis erstellt wurden. Vom Ergebnis her in die gleiche Kategorie einzustufen ist das für die Verwaltungsgemeinschaft Boxberg-Ahorn erstellte artenschutzrechtliche Gutachten eines Büros aus Darmstadt, das für die Zeag mehr oder weniger geschmeidig, quasi im Wege des vorauseilenden Gehorsams Genehmigungs-Hindernisse aus dem Weg räumt und das für die ZEAG in der Region Main-Tauber / Hohenlohe regelmäßig als "Haus- und Hof-Gutachter" auftritt, um "gutachterlich" den Weg zu bereiten für das Abholzen Jahrhunderte alter, ökologisch für den Klimaschutz wichtiger Mischwälder.

Vor Ort erfolgte Nachprüfungen durch die Bürgerinitiative "Keine Windkraft im Boxberger Wald" haben jedoch ergeben, dass das vom Ergebnis her völlig daneben liegende und wohl ohne ausreichende Feld-Untersuchungen erstellte "Gutachten" in nahezu allen Bereichen von der Realität abweichende Ergebnisse liefert, indem es an zahlreichen Stellen auf Boxberger Gemarkung vorkommende und zweifelsfrei festgestellte, dem Landratsamt nachgemeldete seltene Arten einfach "unter den Tisch fallen" lässt.

Immer mehr Bürger fragen sich daher: Wie lange lässt es sich der vom Bürger gewählte Gemeinderat eigentlich noch gefallen, dass er durch einen Windkraft-geneigten Bürgermeister und einseitige pro-Windkraft formulierte Stellungnahmen zweier Büros aus Darmstadt und Weikersheim zum Nachteil der Zukunftsfähigkeit Boxbergs über den Tisch gezogen wird ?