Leserbrief

Leserbrief Zur gesetzwidrigen Verpachtung des Jagdbogens Wessental

Wer wollte sich mit dem Vorgehen eine goldene Nase verdienen?

Wie man dem Bericht der FN vom 16. Mai entnehmen konnte, ist der Jagdbogen Wessental in einer nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderats Freudenberg ohne Anhörung des Ortschaftsrates Wessental vergeben worden.

Sehr merkwürdig, denn eine solche Vergabe wird doch in der Regel in einer öffentlichen Sitzung beschlossen, wie es kürzlich für den Jagdbogen Impfingen/Tauberbischofsheim der Fall war (siehe FN vom 16. Mai, Seite 22 ). Wer wollte sich da eine goldene Nase verdienen oder welche Seilschaft war da aktiv? So muss man doch fragen. Und welche Argumente haben dazu geführt, Teile des Wessentaler Jagdbogens an den fürstlichen Jagdbogen mit sowieso schon 900 Hektar abzugeben? Dies führt doch jetzt dazu, dass eine Schwarzwildjagd im Wessentaler Jagdbogen nicht mehr möglich ist. Es verbleibt die unattraktive Feldjagd und die erheblichen Schwarzwildschäden auf den Feldern hat dann der Wessentaler Pächter zu tragen. Hier fehlt doch jedes Verständnis.

Des Weiteren ist auch sehr verwunderlich, dass dem bisherigen Pächter keine Pachtverlängerung gewährt wurde, obwohl dieser in vorbildlicher Weise jahrzehntelang (27 Jahre) das Revier Wessental bejagte, hegte und es in dieser Zeit keine Differenzen mit den Eigentümern gab. Es ist hier nicht auszuschließen, dass persönliche Gründe bei der Vergabe zw. Abstimmung eine Rolle gespielt haben.

In diesem Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, dass der bisherige Pächter 30 Jahre Ortsvorsteher von Wessental war, 50 Jahre im aktiven Naturschutz, in der Wessentaler Gemarkung fünf Feuchtbiotope maßgeblich geschaffen, diese drei Jahrzehnte betreut, ein Naturdenkmal käuflich erworben nur um dieses aus der land-forstlichen Nutzung zu nehmen, auch unzählige Nistkästen sind seinem Schaffen zuzuschreiben.

Weitere Aktivitäten, besonders im Naturschutz, aufzulisten, würde den Rahmen eines Leserbriefes sprengen. Abschließend sei gesagt: Die Jagd und Hege war und ist sein Lebensinhalt und es fehlen einfach die Worte, warum ein so verdienter Mann in einer kaum vorstellbaren Weise übergangen wird - es ist beschämend.

Für seine Verdienste wäre ein Begehungsschein (eine Mitpacht auch denkbar) im Revier Wessental das Mindeste gewesen, aber heute muss der zwischenzeitlich über 80-Jährige in ein 13 Kilometer entferntes Revier fahren.

Dem Ortschaftsrat Wessental ist zu empfehlen, eine Beschwerde/Klage in Sachen rechtswidrige Vergabe des Wessentaler Jagdbogens bei der nächst höheren Instanz (LRA) einzureichen.

Vielleicht wird man dann von Seiten des Freudenberger Gemeinderates derartige Entscheidungen zukünftig ordnungsgemäß , das heißt satzungsgemäß, durchführen.