Leserbrief

Leserbrief Zu Abholzungsmaßnahmen und Gartenschau-Plänen

Verschwundene Vögel, Insekten und Bäume

Diese ganzen sinnlosen, willkürlichen und massiven Kahlschläge in der Natur haben schon im letzten und vorletzten Winterhalbjahr begonnen. Da verschwanden schon unzählige Bäume am Tauberufer flussauf- und abwärts, in freier Landschaft und mitten in Ortschaften, oft mit der fadenscheinigen Begründung, sie seien „krank“ oder „kaputt“ gewesen. Ein Baum wurde sogar „aus Versehen“ gefällt (in Creglingen). Diesen Winter hat das Fällen aber monströse Ausmaße angenommen – kein Straßenrand, kein Fluss- oder Bachlauf bleibt verschont, kein Heckenzug bleibt stehen. Besonders krasse Zerstörungen sind aktuell im Tal von Igersheim nach Neuses zu sehen. Solche Anblicke verleiden jeden Winderspaziergang.

Herr Weber-Schwarz berichtete vor einiger Zeit in seiner Kolumne über einen verschwundenen Baum, am Spielplatz eines Dorfes grundlos gefällt.

In Frauental gibt es auch einen Kinderspielplatz; bis letzten Herbst im Schatten eines kleinen idyllischen Wäldchens gelegen. Das Wäldchen gibt es nicht mehr – buchstäblich mit Stumpf und Siel abgeholzt. Kein einziger Baum überlebte das Massaker, zurück blieb ein wahres Schlachtfeld. Im Klosterwald fallen jetzt die Bäume, die den Bau der Windräder überlebten, usw. usw....

Mir ist zu Ohren gekommen, alle Kommunen im Einzugsbereich des Heiz-Molochs hätten sich verpflichtet, jedes Jahr eine bestimmte Menge an „Material“ abzuliefern. Das würde diese Zunahme an Abholzungen erklären und lässt Schlimmes für die Zukunft der Natur im Taubertal befürchten, besonder wenn das Holzvernichtungswerk demnächst erweitert wird. Zu den verschwundenen Insekten, verschwundenen Singvögeln, kommen die verschwundenen Bäume, die dann vermisst und betrauert werden. Verschwinden wird damit auch das „liebliche“ im Taubertal, aber zum Trost bleiben uns ja die Windräder...

Gerade zu grotesk ist es, wenn im Rahmen der Planungen für eine Landesgartenschaubewerbung von einer Arbeitsgruppe der Vorschlag gemacht wird, „Gehölze“ zu pflanzen (war in den Fränkischen Nachrichten zu lesen): Können nach Gebrauch bequem im Heizkraftwerk entsorgt werden.

Hoffentlich bleibt uns diese Veranstaltung mit ihren paar Alibiblumenbeeten und albernen Seilbahn auf einen Hügel erspart.