Leserbrief

Leserbrief Zu „Wildschwein im Gartentor“ (FN, 31. Dezember 2018)

„Treibjagden gehören abgeschafft“

Der Artikel „Wildschwein im Gartentor“ zeigt, wie viele andere Berichte zu diesem Thema auch, dass unserer Meinung nach die Treibjagd abgeschafft gehört. Es kann nicht sein, dass unbeteiligte Menschen gefährdet beziehungsweise verletzt werden. Die gejagten Tiere dringen in ihrer Not und Panik bis in die Städte vor. Blutverschmierte Wände etc. zeigen, dass auch verletzte Tiere um ihr Leben rennen. Jeder weiß, dass verletzte Tiere sehr gefährlich und unberechenbar sind. In unserer relativ eng besiedelten Gegend finden sie keine Verstecke, wenn sie durch die Treibjagd in Panik geraten. Hier wird dieses Risiko von der holden Jägerschaft billigend in Kauf genommen.

Ich selbst habe eine Woche nach einer Treibjagd in unserer Gegend beim Spaziergang mit meinen Hunden ein angeschossenes Wildschwein tot aufgefunden.

Wie kann man in einem kurzen Augenblick einen sicheren und tödlichen Schuss auf ein in Panik dahinrasendes Tier abgeben? Bei den Schießkünsten mancher Jäger (siehe mehrere Presseartikel von angeschossenen Jägern, Passanten und Haustieren in den letzten Jahren) möchten wir da mal leichte Zweifel anmelden. Unterliegen Wildschweine nicht dem Tierschutz?

Unserer Meinung nach ist Treibjagd Tierquälerei und gefährdet uns alle, denn nach einer Treibjagd irren die entkommenen Tiere tagelang auf der Suche nach ihrer Rotte und Revieren umher und gefährden Spaziergänger und Autofahrer. Aber es wird munter so weiter gemacht.

Sicher richten Wildschweine großen Schaden bei den Landwirten an, und die Populationen sollten in Schach gehalten werden. Wenn wir dann aber die Aussage (Originalton einer uns bekannten Jägerin: Wir haben den Wildschweinen eine Suhle angelegt, damit sie sich bei uns wohlfühlen) hören, kommt uns irgendwie der Verdacht, dass da einiges schiefläuft.

Bei Hunden und Katzen ist es zum Beispiel problemlos möglich, mit Medikamenten die Fruchtbarkeit zu kontrollieren, und bei den Füchsen hat es vor Jahren sogar geklappt, diese gegen Tollwut zu impfen, ohne sie einzufangen und zum Arzt zu bringen. Nachteil dieser Möglichkeit: der „Spaß an der Jagd“ könnte etwas zu kurz kommen.